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Christian

 

Brennender Dornbusch, hl. Ignatius von Loyola und Logo der Deutschen Provinz der Jesuiten

E X E R Z I T I E N
A U F   D E R   S T R A S S E

 

Exerzitien auf der Straße 2010
Kontakt und Anmeldung zu den Exerzitien:
christian.herwartz@jesuiten.org
Christian Herwartz
Naunynstraße 60
10997 Berlin
Fon: 030-6149251

Berlin: Sonntag 28.2. 18 Uhr - Sonntag 7.3. gegen 14 Uhr
Belegung durch die Studentengemeinde München,
Anmeldung dort bei christine.klimann@gmx.at

Frankfurt/M: Freitag 21.5. 17 Uhr - Sonntag 23.5. gegen 14 Uhr
Anmeldung bei Klarissa Watermann 069-74309951 oder
Sr.Klarissa@bethanien-op.org

Frankfurt/M: Freitag 25.6. 18 Uhr - Sonntag 4.7. gegen 14 Uhr

Marseille: 3 bis 11 Juli 2010
weitere Informationen: http://exercicesdanslarue.blogspot.com/
Anmeldung bei yves.stoesel@jesuites.com

Hamburg: Freitag 9.7. 18 Uhr - Sonntag 18.7. gegen 14 Uhr

Duisburg: Freitag 23.7. 18 Uhr - Sonntag 1.8. gegen 14 Uhr
Der Kurs ist für Frauen reserviert und wird von Frauen begleitet. Anmeldung bei Petra Maria Tollkötter spm.tollkoetter@gmx.de oder Renate Trobitzsch r.trobitzsch@gmx.de

Berlin: Freitag 30.7. 18 Uhr - Sonntag 8.8.2010 gegen 14 Uhr
eine der beiden Exerzitiengruppen ist reserviert für Paare,
die ihren (Glaubens-)Weg gemeinsam gehen wollen,
begleitet von Marita und Michael Herwartz

Berlin: Sonntag 29.8. 18 Uhr - Sonntag 5.9. gegen 14 Uhr
Belegung durch das Cusanuswerk. Anmeldung direkt bei
siegfried.kleymann@cusanuswerk.de

München: Freitag 3.9. 18 Uhr - Sonntag 12.9. gegen 14 Uhr
Anmeldung auch bei Renate Trobitzsch r.trobitzsch@gmx.de
oder Urban Heck 1hardt@arcor.de

Basel: Freitag 10.9. 18 Uhr - Freitag 17.9. gegen 14 Uhr
Anmeldung auch direkt an christoph.albrecht@jesuiten.org

Berlin: Freitag 8.10. 18 Uhr - Sonntag 17.10. gegen 14 Uhr


Exerzitien auf der Straße 2011

Hünfeld: Sonntag, 15.5. 18 Uhr bis Freitag, 20.5. gegen 14 Uhr
Begleitung durch Bettina Kustner und Patrick Jutz
Anmeldung bei bettina.kustner@yahoo.de

Mönchengladbach: Freitag 30.9. 18 Uhr bis Sonntag 9.10. gegen 14 Uhr
Anmeldung auch direkt bei Maria Jans-Wenstrup mariajw@gmx.de


    Hinweis - Einzelne und Klein(st)gruppen können auch das Jahr über bei Exerzitien auf der Straße begleitet werden:
    in Berlin - Kontakt und Anmeldung siehe oben

    in Freiburg/Breisgau
    Begleitung: Mathilde Roentgen, Uli Kirchhoff
    Veranstaltungsort: 79114 Freiburg, Krozingerstr. 78,
    Dauer: 1 Woche
    Termine nach Absprache das ganze Jahr über
    mit Ausnahme der bayrischen Schulferien möglich
    Kurskosten: keine,
    Verpflegung/Unterkunft: 20 Euro
    Rückfragen & Anmeldung: La.Kroiz@t-online.de
    Fon: 0761-44 17 73
    in Duisburg
    Wir leben mit einer kleinen Schwesternkommunität mitten im muslimisch geprägten eher randständigen Stadtteil Marxloh im Duisburger Norden. Gerne laden wir Menschen ein, mit uns in unserem Stadtteil und darüber hinaus auf Gott-Suche zu gehen, und bieten dabei auch Begleitung an.
    Sr. Petra Maria Tollkötter, Sr. Bernadett Maria Kramer
    Schwestern Unserer Lieben Frau
    Marienstraße 8
    47169 Duisburg
    Tel.: 0203 / 84414
    Kontakt: spm.tollkoetter@gmx.de
    Sich Gott nähern, wo er auf uns wartet,
    in Hungernden, Durstigen, Fremden, Obdachlosen,
    Drogenabhängigen, Gefangenen, Kranken,
    - wo Gott wartet in den verdrängten Themen
    unserer Lebensgeschichte.
    Die "Exerzitienreise" zu diesen Orten
    der Gottesbegegnung ist ein tastender Weg,
    auf dem wir unsere Schuhe des Besserwissens,
    des Hochmutes, des Besserseins ausziehen müssen,
    um wie Mose vor dem brennenden Dombusch zu stehen
    (vor Dornbüschen, die uns unangenehm sind,
    die wir in unserem Leben nicht gern sehen),
    um auf Gott zu hören,
    uns innerlich ansprechen zu lassen
    und mit Gott zu reden.
    Es ist ein Weg der inneren Heilung

 

[Andere Exerzitientermine]

 




Liebe FreundInnen und Interessierte,

"Respektvolles Sehen und Hören" heißen 10tägige Kurse, die wir von den Ordensleuten gegen Ausgrenzung (Berlin) für jedermann/frau auch unter dem Namen "Exerzitien auf der Straße" anbieten. Die Erfahrungen der TeilnehmerInnen und BegleiterInnen ermutigen uns, diese Kurse auch im nächsten Jahr wieder anzubieten.

Bei dieser Exerzitienform wird eine besondere Achtsamkeit dem Ort entgegengebracht, an dem der/die Einzelne innerlich bewegt wird. Der Dornbusch, in dem Mose während seiner alltäglichen Arbeit Gott in einem Feuer (der Liebe) begegnet ist, das brennt und nicht verbrennt, ist dafür ein Leitbild. (Die Geschichte steht im 2. Buch Mose/Exodus Kapitel 3.) Auch die verdrängten, die als unangenehm oder schwach empfundenen Seiten in uns und in der Gesellschaft wollen wir nicht übersehen, wenn es dran ist. Hier liegt oft die Chanse für eine größere Weite im Leben der/des Einzelnen und von Gemeinschaften.

Gott kann auf den Einzelnen mit seinem Ruf an ganz unterschiedlichen Orten warten - unter Drogenabhängigen, im Arbeitsamt oder in einer Moschee, an einem Denkmal, an einem Flußufer oder anderswo - um uns neu weiter ins Leben zu rufen.

Durch einfache Quartiere, viel unverplante Zeit usw. ist eine Erleichterung da, sich betend auf den Weg zu machen, Orte der persönlichen Gottesbegegnung zu finden und dort dann zu bleiben oder wieder hin zu gehen.

Die Exerzitien sind keine Sozialpraktika sondern ein Loslassen in die Zeit und die Anwesenheit Gottes hinein, die er uns schenken will.

Wir bieten diese Tage an und es begleitet jeweils eine Frau und ein Mann eine Kleingruppen von maximal 5 TeilnehmerInnen.


Siegel der Gesellschaft Jesu

Respektvolles Sehen und Hören üben

Auch in diesem Jahr bietet die Gruppe Ordensleute gegen Ausgrenzung wieder Exerzitienkurse des "Respektvollen Sehens und Hörens" an. Dabei wohnen die Teilnehmer in Berlin-Kreuzberg in einer Notunterkunft für Obdachlose im Keller einer Kirchengemeinde, der im Sommer leer steht. Den Tag über gehen sie aufmerksam durch Berlin und suchen nach Orten, an denen sie merken, dass ihre Interessen, ihre Gefühle, ihre Sehnsüchte angesprochen werden. Dort bleiben sie stehen und ziehen zumindestens innerlich ihre Schuhe aus und üben sich in Aufmerksamkeit: Sie meditieren, beten, versuchen vor ihren Ängsten nicht zu fliehen, werden ansprechbar.

Schuhe ausziehen - dieses Bild ist einer biblischen Geschichte des 2. Buch Mose entnommen:
Mose, ein Ziegenhirt in der Wüste Sinai, sieht mitten in seinem Alltag etwas Ungewöhnliches - ein Dornbusch brennt und verbrennt doch nicht.
Er wird neugierig und will sich das Geschehen aus der Nähe ansehen.
Er läuft zu dem Dornbusch.
Da hört er eine Stimme, die ihm sagt: Zieh deine Schuhe aus! Du stehst auf heiligem Boden,
weil das Leben, die Ursehnsucht, die fundamentale Vitalität, das von dir nicht Gewusste,
weil Gott mit dir hier sprechen will.
Mose hört nun neu von der Versklavung seines Volkes und damit auch von seiner eigenen verdrängten Not und wie ihm eine wichtige Rolle auf dem Weg der Befreiung zugedacht ist.
Mose wehrt sich und fragt:
Wie heißt du? Er bekommt eine Antwort.
Er wehrt sich weiter gegen die ihm zugedachte Aufgabe.
Doch dann geht er los

Die Schuhe ausziehen ist ein Bild für die Bereitschaft, mit Respekt zuzuhören. Die - bei Stiefeln auch wehrhafte – Distanz der Schuhe wird abgelegt, auch der Dünkel die besseren oder schöneren Schuhe zu haben. Die oft dornige Realität wird mit den nackten Füßen berührt, um darin die eigenen Verletzungen und Biestigkeiten, die eigenen und fremden Sehnsüchte und die Wege zu einem erfüllten Leben zu suchen.
Die Schuhe auszuziehen ist der Beginn, mitten in der Welt der Meinungen und Vorurteile neu in ein Nichtwissen zu treten, respektvoller zu werden vor der Wirklichkeit und den Menschen in ihr – auch gegenüber der eigenen Geschichte und Zukunft; kurz: neu zu hören, zu sehen, zu riechen, zu tasten an dem "heiliggewordenen" Ort der Aufmerksamkeit.

Die Teilnehmer suchen in der Stadt z.B. unter Obdachlosen oder Drogenabhängigen, in einem türkischen Cafe oder in einer Moschee/Kirche, an der Hinrichtungsstätte Plötzensee oder dem sowjetischen Ehrenmahl in Treptow einen Ort, wo sie in sich Neugierde spüren; sie ziehen ihre Schuhe aus und beginnen mit einer Zeit der Aufmerksamkeit. Sie nehmen die Umwelt und die eigenen Gefühle darin wahr und ahnen langsam, warum sie sich gerade diesen Ort "ausgesucht" haben. Vielleicht ist der Teilnehmer den Menschen oder Fragen an diesem Ort bisher aus dem Weg gegangen. Vorurteile, Verletzungen und Ängste in der Lebensgeschichte oder vieles andere können Gründe dafür sein, aus dem Inneren heraus hierher geführt zu sein. Manchmal kommen Tränen oder andere Gefühlsregungen. Dann ist es gut an diesem Ort zu verweilen und sogar bald wieder hierher zurück zukehren, um neu die Schuhe auszuziehen.

Abends kommen die Übenden zurück in die Herberge und erzählen nach einem gemeinsamen, selbst zubereiteten Essen und Gottesdienst von ihren Wegen, ihrem Suchen, ihrem Stehenbleiben, ihrem langsamen Nähern an die Orte, die sie persönlich als wichtig, als aufwühlend, als ihnen heilig erfahren haben. Und auch von den entdeckten Schwierigkeiten, den Ängsten, den Dornbüschen in ihrem Leben erzählen sie. Dabei werden sie aufmerksam begleitet, um selbst deutlicher zu erkennen, wohin sie geführt werden.

Zehn Tage dauern diese Kurse, die in der Tradition der Exerzitien (exerzieren = üben) stehen, in der Ignatius von Loyola im 16. Jahrhundert einen wichtigen Impuls gegeben hat. Wir begleiten diese Kurse von etwa 10 TeilnehmerInnen mit ihren ganz individuellen Wegen in zwei überschaubaren Gruppen. Eine Frau und ein Mann von unserer Einladungsgruppe sind jeweils dabei. Wir sehen in diesen Kursen einen Beitrag, persönliches Ausgrenzungsverhalten zu überwinden. Eine große Freude ist es für uns, wenn die Teilnehmer ihr zielgerichtetes Alltagsverhalten zurück und sich vom inneren Gespür führen zu lassen. Dann durchlaufen sie manchmal schmerzhafte Etappen der Selbsterkenntnis. Doch lösen sich auch unvermittelt Fixierungen. Die darüber erfahrene Freude ist ein Licht mitten in den alltäglichen Ereignissen, durch das Zukunftsperspektiven sichtbar werden.

Für nähere Informationen
mail to
Christian.Herwartz@jesuiten.org