P. Claus Hoffmann SJ
* 15. Oktober 1926   † 02. Februar 2006
Eintritt 1945 - Priesterweihe 1956 - Letzte Gelübde 1963

Sicherlich trifft auf das Leben von P. Claus Hoffmann unsere dritte Ordensregel im vollem Umfang zu: „Unsere Berufung ist es, verschiedene Orte zu durchwandern“. Nach langen Jahren der Wanderschaft fand er in Berlin seine Heimat. Hauptsächlich war er dann im Canisius-Kolleg in Berlin tätig.

Sein Unterwegssein begann eigentlich schon zu Hause, wo er täglich von seinem Heimatort Zobten am Berge zu dem Exerzitienhaus der Jesuiten „Waldfrieden“ zur Hl. Messe ging. In dieser Frömmigkeit wuchs so sicherlich der Ruf zum Priestertum in der Gesellschaft Jesu.

Am 15. Oktober 1926 wurde Claus Hoffman als Sohn des Arztes Georg Hoffmann in Zobten im Regierungsbezirk Breslau geboren. Zunächst besuchte er die Schule an seinem Heimatort, später ging er in die 23km entfernte höhere Schule in Schweidnitz.

Kaum 16-jährig bekam er die Einberufung zur Wehrmacht, zum Luftwaffeneinsatz nach Stettin. Es folgten eine militärische Ausbildung in Wien und Aarhus (Dänemark), schließlich Fronteinsatz in Russland und russische Gefangenschaft. Nach einer abenteuerlichen Flucht aus dieser Gefangenschaft und geprägt durch die Kriegsereignisse, verstärkte sich sein Wunsch, Priester zu werden. Den Menschen zu helfen, die er verwundet und im Todeskampf im Stettiner Kessel erlebt hatte und die nach einem Priester riefen. Diesem Anstoß folgend entschloss er sich in die Gesellschaft Jesu einzutreten.

1945 ging er in das Noviziat auf die Rottmannshöhe (Nähe Starnberger See). Selbst im Noviziat erlebte er den Umzug des Noviziates nach Tisis (Vorarlberg) und weiter folgte das Studium in Pullach bei München.

Seine beiden Brüder, Georg und Ludwig, sind ihm später in den Orden gefolgt. Seine Sprachbegabung ließ ihn auf Anraten von P. Provinzial Hapig nach England gehen, um dort die philosophischen Studien abzuschließen. Obwohl man den Engländern Kühle und Zurückhaltung nachsagt, fand Claus Hoffmann viele Freunde, denen er ein Leben lang verbunden blieb. Im Heythrop College und London befand er sich während des Philosophiestudiums, das er mit dem Lizentiat abschloss.

Für weitere drei Jahre wurde er an das Canisius-Kolleg in Berlin geschickt, wo er als Präfekt und Englischlehrer von 1951–1953 tätig war. Das anschließende Theologiestudium verbrachte er in Montreal (Kanada). Schon im Hinblick auf seine spätere Lehrtätigkeit lernte er französisch.

Am 21. Juni 1956 empfing Claus Hoffmann in der Kollegskirche von Montreal der „I’Immaculeé Conception“ durch Paul Emile Kardinal Lèger, dem Erzbischof von Montreal die Priesterweihe. Die Neupriester wurden jeden Morgen in den umliegenden Schwesternkommunitäten eingesetzt. Da es in Montreal viele Ausländerpfarreien gab, wurde P. Claus Hoffmann öfter auch in die deutsche Pfarrei zur Aushilfe gesandt.

Seine letzte Ausbildungszeit, das Tertiat, verbrachte er in Cleveland/Ohio. Die Vollendung seiner neusprachlichen Studien erhielt er in Berlin, wo er sie mit dem Staatexamen in Englisch und Französisch abschloss.

Nun begann seine längste und fruchtbarste Tätigkeit im Canisius-Kolleg in Berlin von 1967–1992. Neben seiner Lehrtätigkeit übernahm er vielfältige Aufgaben, zunächst die Sorge für die Alliierten und deren Familien. 1973 wurde er Studiendirektor, dann pädagogischer Koordinator, zeitweise Fachbereichsleiter für Englisch und Französisch. Er wurde Militärseelsorger und zusätzlich Pfarrer für die Angehörigen der Royal Air Force in Berlin-Gatow. Oftmals las er bis zu sechs Hl. Messen am Wochenende, zwei am Samstagabend als Vorabendmessen, drei am Sonntagvormittag und eine am Sonntagabend. Auf diesen Umstand angesprochen, sagte er manchmal scherzend: „Ich hole mir die Erlaubnis dazu direkt vom lieben Gott, aber ja nicht dem Papst sagen.“

Dieser Einsatz fand sicher die Anerkennung vieler, so auch die des Bischofs von Berlin, Kardinal Sterzinski: „Ein Wort des Dankes … für Ihren unermüdlichen Einsatz zugunsten des Bistums und im Interesse der vielen Jugendlichen, denen Sie mit Rat und Beistand geholfen haben, die Schulzeit erfolgreich zu bewältigen.“

Nach dem Ausscheiden zum Ende des Schuljahres 1991 wurde P. Claus Hoffmann Rektor des Peter-Faber-Kollegs in Berlin-Kladow. Als ein Herzasthma diese Tätigkeit beendete und er wieder einigermaßen genesen war, fanden wir ihn als Hausgeistlichen bei den Katharinenschwestern in Berlin-Dahlem. Im Juli 2005 ereilte ihn ein Herzinfarkt und er kam wieder in das Peter-Faber-Kolleg zurück. Seine Kräfte verfielen in den letzten Wochen sehr schnell, so dass er ganz bewusst auf sein Sterben zuging.

In den Morgenstunden, am Fest der Darstellung des Herrn, an seinem 43. Profeßtag, am 2. Februar 2006 ist P. Claus Hoffmann verstorben.
P. Hoffmann liegt begraben auf dem Domfriedhof St. Hedwig in Berlin-Reinickendorf.

R.i.p.

P. Christian Geisler SJ

Jesuiten-Nachrufe 2006, S. 14f