Bruder Hermann-Josef Jacobs SJ
* 28. Juli 1934   12. Oktober 2016
Eintritt 1954   Letzte Gelübde 1964

Br. Jacobs wurde 1934 in Itzbach (heute Rehlingen-Siersburg) als Sohn des Lehrers Alois Jacobs und seiner Frau Felicitas geboren und im katholischen Glauben getauft und erzogen mit noch zwei Schwestern und einem Bruder. Sein Onkel war der Jesuit Nikolaus Junk, (1904 bis 1989), ebenfalls in Siersburg geboren.

Mit 16 Jahren begann Br. Jacobs eine Gärtnerlehre von 1950 bis 1951, verließ dann den Betrieb und ging nach Merzig in die Baumschule, wo er bis zu seinem Eintritt in die deutsche Westprovinz des Jesuitenordens blieb. In der Zeit von 1951 bis 1958 war sein Onkel Nikolaus Junk Provinzial der niederdeutschen Provinz der Jesuiten. Im Oktober 1952 begann Hermann Josef mit einer Postulatszeit und trat dann am 2.4.1953 ins Noviziat in Ehringerfeld unter P. Flosdorf ein. Nach seinen ersten Gelübden ging es nach Münster, wo er sieben Jahre mit Br. Spieker im Garten von Haus Sentmaring arbeitete. Dann kam er an unser Kolleg in Bad Godesberg, und wirkte dort von 1963 bis 1968 im Garten und in der Sakristei. Danach war er im Canisiushaus in Köln von 1968 bis 1978 mit einer bunt gemischten Arbeit: Pforte, Garten, Büroarbeiten,Japanmission, Druck und Versand des Japanrundbriefes. Auch die Sakristei musste er betreuen.

Seit dem 16. November 1979 war er bis zu seinem Tod 37 Jahre in Berlin und arbeitete zusammen mit Br. Hesse und Br. Heinrich im Garten und im Haus. In den letzten Jahren hatte er etwa 20 Krankenhausaufenthalte, mehrmalige Herzinfarkte, Amputation der Zehen. Er hatte Diabetes.

Er pflegte gern die Verbindung zur Kolpinggemeinschaft in Berlin Spandau.
Unter Pater Czekalla (Pfarrer von 1973 bis 1987) konnte er in der Kladower Pfarrgemeinde mehrere Jahre Firmlinge auf die Firmung vorbereiten, das machte ihm große Freude und er erzählte gern davon, auch als Kommunionhelfer wurde er eingesetzt. Dafür bekam er 1983 von Kardinal Meisner die Erlaubnis und den Segen, bei der Kommunionausteilung zu helfen und Kranken die Kommunion zu bringen.
Später nahm er gern teil an den monatlichen Gottesdiensten der Seniorenrunde der Gemeinde in Kladow.

Nach seinem ersten Herzinfarkt war es mit der Arbeit vorbei.
Die letzten Jahre ging er entweder mit dem Stock oder mit einem Rollator, an den er sich nur schwer gewöhnen wollte, und schließlich musste er sogar im Rollstuhl gefahren werden.
Herrmann Josef war ein großer Rosenkranzbeter, in seinem Zimmer stand eine große Madonna mit Kind. Es war ihm wichtig, bei seinen Krankenhausaufenthalten seinen Rosenkranz zu beten. Im Krankenhaus war er noch etwas missionarisch tätig, indem er unsere Jesuitenhefte über die Mission auflegte.

Mit Fragen der Natur beschäftigte er sich gern und hatte dazu eine kleine Bibliothek.
Br. Hermann Josef lachte gern, manchmal mit einem schelmischen Lächeln. Wenn ein Mitbruder einen runden Geburtstag hatte, sagte er gern mal ein paar Verse auf, die er selbst geschmiedet hatte. Überhaupt las er gern, schrieb ganze Hefte voll von Zitaten. Manchmal weiß man nicht genau, woher er etwas hat, oder ob es aus eigener Feder floss.

So schrieb er z.B. nach Exerzitien:

"Wenn wir nun am neuen Anfang stehen
Gibt dies uns neuen Mut,
Mit Gott wird alles besser gehen,
Mit Gott geht alles gut,
.., nach dieser wunderbaren Zeit
gibt's nur ein Wort der Dankbarkeit.
Jesus hat dich angenommen,
Und nach ihm darfst du dich nennen
Mehr noch, es ist Pflicht der Frommen,
Sich für Jesus zu bekennen."

Hermann Josef Jacobs ist beerdigt auf der Jesuitenabteilung des Hedwigsfriedhofs in Berlin Reinickendorf.

R.i.p.

Gundikar Hock SJ

Jesuiten-Nachrufe 2017, S. 14f

Jesuiten Nachrufe 2017