P. Peter Lehmann SJ

Genau einen Monat nach P. Hoffmann starb am 17.1.1954 P. Peter Lehmann (74/55). Auch er stammte aus Saarbrücken und trat nach dem Abitur am Gymnasium in Trier am 12.4.1899 in die Gesellschaft ein. Nach den Ordensstudien in Exaeten, Valkenburg und Innsbruck studierte er Philosophie an der Berliner Universität und 3 Jahre Mathematik und Physik in München und Innsbruck. Als Professor der Philosophie wirkte er in Valkenburg und Rom, dann war er 5 Jahre Studentenseelsorger in Leipzig und 11 Jahre lang Prediger in St. Hedwig (von 1932 - 1938 als Domprediger). Von 1938-1944 war er Rektor beim Guten Hirten in Berlin-Reinickendorf, von 1944-1953 Hausgeistlicher auf der Hedwigshöhe in Grünau. Die letzten 5 Monate brachte er im Hedwigskrankenhaus zu bei wechselndem Befinden. Im Dezember hatte sich der Zustand verschlimmert. Anfang Januar 1954 war eine scheinbare Besserung eingetreten, so daß der Tod für uns alle etwas überraschend eintrat.

Am 20.1. fand die Beisetzung statt. Seelenamt und Absolutio hielt der hochwürdigste Herr Generalvikar, die Traueransprache P. Direktor Klein, die Beerdigung P. Vizeprovinzial Spors.

P. Lehmann war sehr begabt, vor allem für Philosophie und höhere Mathematik, die ihm "höchster Genuß" war. Mit seiner überkritischen Anlage in wissenschaftlichen, auch theologischen Fragen verband er eine geradezu kindliche Frömmigkeit im religiösen Leben. Als Redner fesselte er seine Zuhörer durch seine tiefen, stark philosophisch und theologisch unterbauten und klar formulierten Gedanken, konnte sich allerdings nicht kurz fassen und ließ sich auch als Domprediger nicht zu der notwendigen Begrenzung der Redezeit überreden. Als durch und durch gütiger Mensch, wahrer Priester und gewissenhafter Ordensmann war er bei allen Mitbrüdern ebenso wie bei Priestern und Laien geschätzt und beliebt.

R.i.p.

Rundbrief 1/1954, S.5