P. Joseph Nowak SJ
* 21. Februar 1916   † 30. April 2007
Eintritt 1937 - Priesterweihe 1947 - Letzte Gelübde 1950

Mit seiner lautstarken und guten Stimme hat P. Joseph Nowak in zahlreichen Volksmissionen die Frohe Botschaft verkündet. Es war seine Berufung und auch seine Begabung vor vielen Menschen glaubwürdig und eindringlich den Glauben zu stärken.

Sein Leben begann am 21. Februar 1916 in Groß Kottorz, Oberschlesien, in der Nähe von Oppeln. Er wuchs mit seinen sechs Geschwistern in einer zutiefst religiösen Familie auf. Zwei seiner Schwestern sind in Orden eingetreten, die eine als Arme Schulschwester und die andere als Graue Schwester. Der Vater unterhielt eine Landwirtschaft, die er als der Älteste eigentlich übernehmen sollte. Schon als Junge hat er in der 20 ha großen Landwirtschaft mit geholfen. Aber schon in seiner Jugend wurde er durch die Volksmission der Jesuiten in Oppeln angezogen. Dadurch wurde P. Nowak auf den Orden der Jesuiten aufmerksam. Ziemlich bald meldete er sich bei den Jesuiten in Oppeln. P. Willimsky führte das Aufnahmegespräch, und schon bald begann er die Vorbereitung auf das Noviziat in Mittelsteine. Zunächst aber besuchte er das Knabenseminar in Breslau, nach einem Jahr dann das Gymnasium auf dem Freinberg bei Linz (Österreich). Diese Schule auf dem Freinberg bei Linz diente der Vorbereitung auf die Matura. Seine Matura legte er 1936 in Kalksburg bei Wien ab. Nach diesen Vorbereitungen kehrte er in das von Hitler beherrschte Deutschland zurück. Gleich im Oktober 1936 musste er zum Arbeitsdienst.

Dann erst begann für ihn die jesuitische Ausbildung mit seinem Eintritt am 6. April 1937 in das Noviziat in Mittelsteine. Im Herbst 1939 schloss sich das Philosophiestudium in Pullach bei München an. Der Anfang des 2. Weltkrieges unterbrach dieses Studium gleich am Beginn. Nach Frankreich und Russland führte ihn der Krieg, bis er 1942 während des Einsatzes vor Leningrad aus dem aktiven Wehrdienst als „n. z. v.“ entlassen wurde. In das vom Krieg schwer zerstörte München kehrte er zurück und erlebte, wie das Haus in Pullach durch einen Treffer zerstört wurde.

Das Theologiestudium setzte er dann zunächst in Breslau fort, bis auch das vor dem Einbruch der Russen verlassen werden musste. Zusammen mit Frater Michel floh er in die Tschechei und später dann auf die Rottmannshöhe. Bis zum Kriegsende blieb er dort und ging wieder nach Pullach zurück zum weiteren Theologiestudium. Im Juli wurde er in Pullach durch Kardinal Faulhaber am 27. Juli 1947 zum Priester geweiht.

Nach dem Tertiat auf der Rottmannshöhe verwirklichte er seine Berufung zum Volksmissionar. Diese Missionstätigkeit, die er bis 1967 in der damaligen DDR ausübte, füllte sein Leben aus. Sein Hauptthema waren die Ehe- und Familienpredigten. Das war sicher ein unersetzbarer Dienst für die Gläubigen, die religiöse Weiterbildung wegen der Umstände leider nicht wahrnehmen konnten. In dieser Mission waren einige der Mitbrüder tätig, die durch die gesamte DDR reisten.

Eine leichte Lähmung am linken Fuß beendete diese Kräfte zehrende Arbeit, und er siedelte nach Hubertushöhe (Mark Brandenburg) zu den Armen Schulschwestern über – einem schönen Fleckchen Erde an einem See gelegen und von Wald umgeben. Dort stand ihm auch ein Ruderboot zur Verfügung, und er selbst schwamm oft genug im See.

Den Schwestern stand er mit Rat und Tat zur Verfügung, und noch immer erinnern sich viele an sein herzhaftes Lachen. In guter Erinnerung und in großem Dank verbleiben die Armen Schulschwestern unserem Mitbruder.

Seine letzten Jahre verbrachte er im Peter-Faber-Kolleg in Kladow, in das er im August 1990 einzog. Eher zurückgezogen lebte er hier im Gebet und im stillen Ertragen seines Älterwerdens und der schwindenden Kräfte.

Er selbst schließt seinen Lebenslauf mit folgenden Worten: „Ich danke Gott, dass Er mich in die Gesellschaft Jesu gerufen hat und mir die Kraft geschenkt hat, Ihm treu zu dienen und erwarte nun das ewige Leben im Himmel. Gelobt sei Jesus Christus in alle Ewigkeit.“

P. Nowak liegt begraben auf dem Domfriedhof St. Hedwig in Berlin-Reinickendorf.

R.i.p.

P. Christian Geisler SJ

Jesuiten-Nachrufe 2007, S. 30f