P. Raimund Baecker SJ
Geboren am 13.10.1930 in Kassel
Eintritt in die Gesellschaft Jesu
am 5.4.1951 in Eringerfeld
Priesterweihe am 6.4.1962 in Frankfurt
gestorben am 5.8.2018 in Berlin-Kladow

Raimund Baecker wurde am 13. Oktober 1930 in Kassel geboren. Er wuchs in einer katholischen Familie mit zwei Brüdern und zwei Schwestern heran. Sein Vater war Architekt, seine Mutter Krankenschwester und Hausfrau. Er besuchte ab 1937 in Kassel die Grundschule, ab 1941 die Höhere Schule, die Wilhelmsschule, und machte dort am 20. Februar 1951 das Abitur. Kurze Zeit später, am 5. April 1951, trat er in das Noviziat der Jesuiten in Eringerfeld ein und legte am 6. April 1953 seine ersten Gelübde ab.

Wie zu der damaligen Zeit üblich, schloss sich für ihn das Juniorat an. Er verbrachte es auf der Rottmannshöhe in Tisis / Feldkirch. Von dort ging es dann nach klassischem Ausbildungsweg von 1954 bis 1957 zum Philosophiestudium nach Pullach / München, danach ins Magisterium, um als Erzieher und Präfekt an den Schulen in Hamburg und Büren tätig zu sein. Das Theologiestudium absolvierte er von 1959 bis 1963 in Frankfurt St. Georgen, um dann mit 31 Jahren im Kaiserdom zu Frankfurt vom Limburger Bischof Wilhelm Kempf die Priesterweihe zu empfangen. Wie damals ebenso oft üblich folgte unmittelbar das Tertiat in Münster.

P. Raimund Baecker war viele Zeiten seines Lebens in der Seelsorge tätig: Er begann als Kaplan in Frankfurt St. Ignatius, drei Jahre, um dann bis 1971 als Pfarrer diese Jesuitenpfarrei zu übernehmen. Er war tätig in Lübeck, viele Jahre in Trier (1984-1992, dann nochmals 2007-2013), in Koblenz an der Mosel und in Saarlouis, aber auch zwei Jahre in Rom (1981-1983) als Regionalsekretär der deutschen Assistenz. Schriftliche Frucht dieser seelsorgerlichen Tätigkeiten sind seine Predigtbände zu den Sonntagen der drei Lesejahre mit dem Titel "Lust auf die Frohe Botschaft - Öffnung zu Gotteserfahrung und Glaubensfreude". Beeindruckend ist auch sein kleiner Beitrag zum Gebet in der Reihe "Ignatianische Impulse - Wie Jesuiten beten" hrsg. von Vitus Seibel SJ. Er erzählt darin von einer Begegnung mit dem erblindeten Franz Moschner, der Pfarrer in Bremen war, der seine Eltern getraut hatte. Von ihm lernte er das Beten, das er kurz so zusammenfasste: "Ich musste nicht lange überlegen, wo Gott ist, wie er zu mir steht, was ich ihm bedeute. Ich brauchte nur zu ihm aufzusehen und zu sagen: Du siehst mich und du liebst mich, und war sofort bei ihm. Mit zunehmendem Alter wurde diese Art mein einziges Beten."

Und noch eine letzte Sache prägte Raimund Baecker und gehörte zu ihm. Als Kind schon lernte er Harmonium, Klavier und Orgel zu spielen. Während seines Philosophiestudiums in Pullach hatte er Kontakt zum Komponisten Paul Hindemith, der ihm ein Musikstudium in Hamburg vermittelte, wo er ein Schulpraktikum machte. Später erhielt er privaten Kompositionsunterricht. Höhepunkt seiner Kompositionstätigkeit war eine Chormotette "Brot vom Himmel", die 2006 während des Katholikentags in Saarbrücken uraufgeführt wurde. Seine Stücke sind im Florian Noetzel Verlag GmbH, Wilhelmshaven, herausgegeben. Bis zuletzt sprach er in Kladow, wohin er dann zu Weihnachten 2013 umzog, immer noch von seiner Ignatiusmesse, die er leider nicht mehr fertigstellen konnte. "Es fehlt noch etwas das Feierliche, das Festliche, die Trompeten und die Posaunen ..." so sagte er immer wieder.

Im Februar 2018 brach er sich bei einem Sturz die rechte Schulter. Er kam nicht mehr auf die Beine. Die Kräfte ließen immer mehr nach. Er konnte nur noch liegen. Müde, aber immer freundlich und dankbar begrüßte er jeden, der zu ihm kam. Am Sonntag, dem 5. August 2018, schloss er die Augen. Er wartete schon lange darauf, dass ihn sein Herr rufen würde. Er folgte ihm nun auch ins Sterben, in dem festen Vertrauen, ihm auch in die Auferstehung zu folgen.

Raimund Baecker war leidenschaftlicher Priester und Seelsorger, aber immer auch leidenschaftlicher Musiker und Komponist. Beides begleitete ihn und wird ihn auch im Himmel begleiten, alles zur größeren Ehre Gottes.

Seine letzte Ruhe findet er auf dem Berliner Hedwigsfriedhof bei den Jesuitengräbern.

R.i.p.