Bruder Herbert Bittmann SJ
Geboren am 7.1.1936 in Paderborn
Eintritt in die Gesellschaft Jesu
am 23.3.1960 auf dem Jakobsberg bei Bingen
gestorben am 25.9.2018 in Berlin-Kladow

Herbert Bittmann wurde am 7. Januar 1936 in Paderborn geboren. Er erlebte die harte Not der Kriegs- und Nachkriegszeit wie viele Menschen seiner Tage. Er schreibt: "Was ich an Glauben hatte, waren Advent, Nikolaus, Adventskranz und Lieder singen. Darauf konnte ich bauen, es waren die Verdienste meiner guten Mutter." Dieser Glaube konnte später weiterwachsen. Über seinen erlernten Beruf, Installateur und Klempner, fand er auch Kontakt zu Ordensschwestern, deren Alten- und Pflegeheim er neu sanieren musste. Er hatte auch bei den Jesuiten in Koblenz mit Reparaturen zu tun. Er stieß vor allem auf drei Jesuitenbrüder - Briese, Schönbrot und Wagner -, die ihn tief beeindruckten. Irgendwann fiel auch das Stichwort Mission, das bei ihm eine Sehnsucht auslöste und nicht mehr losließ. Aber er musste noch verschiedene Wege gehen, bis er mit 24 Jahren, am 25.9.1959, auf dem Jakobsberg bei Bingen am Noviziat der Jesuiten anklopfte. Schnell fand er in die verschiedensten Arbeiten hinein, die für Brüder vorgesehen waren. 1960 erfolgte der große Umzug des Noviziates nach Berlin. Mit seiner Tatkraft bewirkte er vieles und ihm wurden bald verschiedene Aufgaben übertragen. Er baute damals schon entscheidend mit an den Fundamenten dieses Hauses, dem neuen Noviziat der Ostprovinz, in dem er - mit Unterbrechungen - viele Jahre seines Ordenslebens verbringen würde. Er war dort Koch und Helfer bis 1968. Es war nicht immer eine leichte Zeit.

Danach brauchte ihn das Canisiuskolleg von 1968 bis 1980. Schulmöbel mussten erneuert werden, die Heizung, die Elektroinstallationen und vieles mehr. 1974 wurde er auch noch Minister. Als ein neuer Rektor kam, P. Karl Heinz Fischer (1980), sollte er zusammen mit ihm in Kladow das Noviziat zu einem Pflegeheim umbauen. Das war nicht leicht, denn wenn Altes sich verändern soll, ruft das immer Widerstände wach, zumal, wegen des Neubaus, die Kirche abgerissen und einige Bäume gefällt werden mussten. Der Bau fand ein gutes Ende, doch die Belastungen hatten Herbert Bittmann sehr zugesetzt. Eine Verletzung am Knöchel, die sich später als Blutvergiftung herausstellte, zwang ihn immer wieder in den Krankenstand.

Sein nächster Ruf führte ihn nach Bad Godesberg ins Aloisiuskolleg. Die Zeit dort begann tatsächlich mit einer intensiven Behandlung seines Beines. Zu einer endgültigen Heilung kam es eigentlich nicht, denn gerade in den letzten Jahren und Monaten seines Lebens holten ihn die Schmerzen jener Beinverletzung immer wieder ein, verschlimmert noch durch eine Diabetes. Doch im Kolleg in Bonn ging es zunächst mit viel Arbeit weiter. Er hatte seine Kräfte wiedergefunden, so dass er bis 1995 als Subminister und Hausmeister, der auch die Bautätigkeiten im Kolleg begleitete, tätig sein konnte. Am 12. Juli 1995 gab es dann einen sehr schönen Abschied auf dem Schulhof, wo sich auch die Schüler des Kollegs nochmals herzlich bei ihm bedankten.

Nach einer Erholungspause wechselte er dann am 28. September 1995 ganz in die "Natur". Ihm wurde die Sorge um den großen Park und den Friedhof im Haus Sentmaring in Münster anvertraut. Diese Tätigkeit tat auch seinem Gesundheitszustand gut.

Noch einmal stand ein Wechsel an: 2002 ins Noviziat nach Nürnberg und ab 2005 in die Pfarrei St. Kunigund. 2006, aufgrund seiner Beinkrankheit, die regelmäßige Pflege und Behandlungen brauchte, kam er nach Kladow. Er kam zurück an den Ort, an dessen Aufbau und Wandel er immer wieder mitgearbeitet hatte. Hier durfte sein Leben ausklingen. Er hatte mit seinen "Talenten", die ihm anvertraut waren, gearbeitet, treu, fleißig und mutig. Am 25. September 2018 schloss er die Augen. Er durfte wohl den Ruf seines Herrn hören: "Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn."

Seine letzte Ruhe findet er auf dem Berliner Hedwigsfriedhof bei den Jesuitengräbern.

R.i.p.