Bruder Helmut Blasig SJ
* 25. November 1923 in Ohlau
Ordenseintritt 19. November 1949 in Burg Eringerfeld
23. April 2003 im Peter-Faber-Kolleg Berlin-Kladow

Keiner der Brüdemovizen konnte in Eringerfeld so befreit und herzhaft lachen wie Br. Blasig. Er erzählte im Alter, dass er sich von dem Augenblick an in der Gesellschaft Jesu wohlgefühlt habe, als Br. Mergenschröer den Postulanten in die Kapelle des Hauses führte.

Der Weg dorthin: Geboren in Ohlau, Schlesien, in der gleichen Straße wie der später seliggesprochene Berliner Dompropst Lichtenberg. Der Vater war Schmied. Nach Schulabschluss und Klempnerlehre, die er 1941 mit der Gesellenprüfung abschloss, wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Er kam zu den Luftnachrichten, war zunächst in Polen eingesetzt und kam 1944 über Wien ins Elsaß. Dort erlitt er einen schweren Unfall: Bei Bergungsarbeiten in einem bombengeschädigten Gebäude wurde er verschüttet. Zwar wurde er lebend geborgen, trug aber gesundheitliche Schäden davon. Nach dem Krieg geriet er am 13. 5. 1945 in französische Gefangenschaft. Zunächst Einsatz im Straßenbau, eine sehr schlimme Zeit; dann in der Landwirtschaft, unvergleichlich besser. Seitdem blieben Freundschaften mit Elsässern.

In der Kriegsgefangenschaft lernte er P. Anton Scholz kennen, der Helmut als Küster zu sich holte. Diese Begegnung ließ den Gedanken an ein Ordensleben reifen. Aus der Gefangenschaft wurde er am 6. 11. 1948 entlassen. Helmut ging zunächst zu seinen Eltern, die durch die Kriegswirren nach Kirchohsen bei Hameln verschlagen waren, ein halbes Jahr darauf reiste er nach Eringerfeld. Ein gutes Jahr später zog das Ostnoviziat nach Bad Homburg und dann auf den Jakobsberg um. Dort blieb Helmut bis 1957 als Schlosser, Heizer und Chauffeur. 1957 sollte er nach Hoheneichen bei Dresden. Aber da er keine Aufenthaltserlaubnis bekam, musste er die DDR nach 2 Monaten wieder verlassen.

Ab Mai 1957 begann im Ignatiushaus in Berlin seine große, wenn auch unauffällige Zeit. Durch seine zuverlässige und sorgfältige Art bewährte er sich als Schlosser, Chauffeur, Pförtner, in der Mundiz, und als Hauskonsultor und Subminister. Daneben half er den Patres Wahner und Ruß in der Gefängnisseelsorge und war Kommunionhelfer in St. Canisius. Sein Tätigkeitsfeld wurde kleiner, nachdem er 1987 und 1992 zwei Herzoperationen überstanden hatte. Als er im Januar 2000 nach Kladow kam, erfüllte sich ein stiller Traum. Er wurde Sakristan in der Krankenkapelle und blieb es bis zu seinem Tod. Dort brannte noch die von ihm bereitete Osterkerze, als die Mitbrüder für ihn den Rosenkranz beteten.

R.i.p.