DES HEIMGEGANGENEN PRIMIZSPRUCH

Leben wir,
So leben wir im Herrn,
Sterben wir,
So sterben wir im Herrn,
Ob wir also leben
oder sterben,
Wir sind des Herrn!
(Röm er 14,8)

 

P. Paul Boegner SJ
* 23. August 1893
6. Februar 1957

P. Paul Boegner wurde am 23. August 1893 als Sohn des Schuhmachermeisters Theodor Boegner und seiner Gattin Berta, geb. Peitz, zu Breslau geboren. Dort besuchte er das St. Matthias-Gymnasium und trat Ostern 1913 in 's Heerenberg in die deutsche Provinz der Qesellschaft Jesu ein. Welch tiefreligiöser Geist das Elternhaus beseelte, erhellt schon aus der Tatsache, daß seine vier Schwestern ebenfalls den Ordensstand erwählten. Die Ausbildung auf das Priestertum hin wurde sehr bald durch den vierjährigen Dienst als freiwilliger Krankenpfleger in einem Malteser-Kriegslazarett unterbrochen. Das Verdienst-Ehrenzeichen des Malteser-Ritter-Ordens, das ihm kurz vor Ende des ersten Weltkrieges verliehen wurde, hat er zwar kaum je getragen, aber als Anerkennung seines Einsatzes für Volk und Vaterland ehrlich geschätzt und durch all die äußeren Wirrnisse des Zusammenbruches 1945 hindurchgerettet.

Nach den philosophisch-theologischen Studien, unterbrochen wieder durch die zweijährige Präfektenarbeit an der Stella Matutina zu Feldkirch, brachte ihm der 25. August 1925 die lang ersehnte Priesterweihe in Valkenburg (Holland). Während seines Terziates wirkte er zugleich als Socius Mag. Nov. und übernahm im Jahre 1929 in dem neugegründeten litauischen Noviziat des Ordens zu Pagryzuvis das Amt des Novizenmeisters. Alle litauischen Mitbrüder seit damals, soweit sie in der Heimat in den Orden eintraten, sind also durch seine Schule gegangen, die Schule einer warmen, tiefen Innerlichkeit als der Kraftquelle für die unmittelbare Reichgottesarbeit. Später leitete er das Noviziat zugleich auch als Rektor (1935-41). Die Kriegs- bzw. Besatzungsverhältnisse im Osten brachten es mit sich, daß P. Boegner Litauen verlassen mußte (1941). In Breslau fand er, zunächst als Minister, später als Superior, ein neues, seiner priesterlich-seelsorglichen Art sehr entsprechendes Aufgabengebiet, das sich nach Kriegsende zur Sorge für die in Niederschlesien und der Qrafschaft Glatz verbliebenen Mitbrüder erweiterte,, für die er zum Vice-Provinzial ernannt wurde.

Aber auch Schlesien mußte er (Herbst 1946) verlassen, leitete für kurze Zeit das Exerzitienhaus in Berlin-Biesdorf und trat am 4. Juni 1948 sein Amt als Provinzial der Ostdeutschen Provinz S. J. an. Fast sechs Jahre lang hat er es mit Hingabe, Umsicht und der für ihn so bezeichnenden Bescheidenheit geführt, bis ihm die letzte Aufgabe anvertraut wurde, als Spiritual am Canisius-Kolleg und als außerordentlicher Beichtväter einer Reihe von Berliner Schwesternkommunitäten zu wirken. Am 6. Februar 1957 starb er wohlvorbereitet im St. Gertrauden-Krankenhaus der Katharinerinnen.

Mit P. Boegner verliert die Provinz einen Mitbruder, der ob seiner stillen Güte, seiner echten Religiosität und edlen, klugen Menschlichkeit bei allen hochgeschätzt war, einen Mann. der keine Feinde haben konnte. Er hat die große Gnade empfangen, dem Tode ganz bewußt und ergeben entgegenzugehen.

R.i.p.