P. Bernhard Borrmann SJ
geboren am 24. November 1910 in Fürstenwalde / Spree
zum Priester geweiht am 28. August 1938 in Berlin
gestorben am 17. Juni 1998 in Berlin

Bernhard wurde am 24. November 1910 als ältestes der vier Kinder des Ehepaares Artur und Margarete Borrmann, geb. Erber, in Fürstenwalde, Kreis Lebus, geboren. Die Mutter stammte aus Berlin. Der Vater war aus Breslau und hatte als Lehrer gerade seine erste Stelle in Fürstenwalde; bald wurde er nach Breslau versetzt. So wuchs Bernhard dort auf. Die Stadt wurde und blieb ihm Heimat: am Matthiasgymnasium machte er das Abitur, in Grüneiche bei den Redemptoristen ging er ein und aus. Zur zweiten Heimat wurde ihm später die Grafschaft Glatz, wo er nicht nur das Noviziat machte, sondern auch von Juli 1939 bis zur Zwangsaussiedlung am 19. März 1946 seine ersten Seelsorgestellen hatte.

Schon früh trug er sich mit dem Wunsch, Priester zu werden. Er war als Ministrant sehr aktiv, schloß sich aber keinem der kirchlichen Jugendbünde an. Durch Besuche und Ferienfahrten bekam er Kontakt mit den Jesuiten. In der Oberprima machte er bei P. L. Esch Exerzitien. "Die Art und Vielseitigkeit der Jesuiten gefiel mir. Ich wollte mich ihnen anschließen und mitarbeiten am Reiche Gottes." Da sich der Vater dem Ordenseintritt widersetzte, studierte Bernhard zunächst 3 Semester Theologie; schließlich gab der Vater nach.

Die Ordensausbildung durchlief Bernhard von 1930 bis 1939 in Mittelsteine (Noviziat), Valkenburg (Philosophie), Tetschen und Mariaschein (Praktikum), Frankfurt und Innsbruck (Theologie). Am 28. August wurde er mit 11 Mitbrüdern durch Bischof von Preysing in St. Clemens, Berlin, zum Priester geweiht.

Da 1935 Lungen-Tbc festgestellt wurde, die 1939 erneut ausbrach, wurde P. Borrmann von der Wehrmacht zurückgestellt. So durfte er nach dem Abschluß der Studien gleich in die Seelsorge in der Grafschaft Glatz. Nach der Vertreibung war er eineinhalb Jahre Flüchtlingsseelsorger.

Von 1948 bis 1956 arbeitete er in Dresden-Hoheneichen, dann von 1956 bis 1972 in Rostock und Bad Doberan. Diese lange Zeit in der Diaspora prägte seine Seelsorge. 1972 erkrankte er und mußte sich mehreren Operationen unterziehen. Da er sehr geschwächt war, wurde er nach Berlin versetzt, wo er im St.-Antonius-Krankenhaus die Stelle des Hausgeistlichen und Krankenseelsorgers übernahm. Seit August 1977 war er zusätzlich an drei Nachmittagen pro Woche im St.-Hedwig-Krankenhaus tätig.

1991 wurde die schwere Blutkrankheit festgestellt, die im Sommer 1996 zur Versetzung ins Altenheim des Ordens nach Kladow führte.

P. Borrmann kennzeichneten große Liebenswürdigkeit und stete Hilfsbereitschaft.

Er war mit Leib und Seele Priester und Jesuit. In seiner Todeskrankheit wiederholte er oft das Wort, das ihm Lebensanliegen gewesen war: "Mit Jesus zum Vater"!

R.i.p.