P. Heinz Brokof SJ
geboren am 7. September 1931 in Kunzendorf/Grafschaft Glatz
in die Gesellschaft Jesu eingetreten am 14. September 1951 auf dem Jakobsberg/Bingen
zum Priester geweiht am 22. August 1962 in Berlin
gestorben am 1. September 2010 Berlin-Kladow

Heinz Brokof war ganz ein Kind seiner Heimat, der Grafschaft Glatz; dort geboren am 7. September 1931 in Kunzendorf an der Biele. Hier verbrachte er auch zusammen mit seinem um 2 Jahre jüngeren Bruder Günter eine glücklich-frohe Kindheit in der liebevollen Obhut der sehr religiösen Eltern August und Maria. Die Volks- und Mittelschule besuchte Heinz in Bad Landeck, wie auch die Oberschule in Glatz.

Nach Bad Landeck kam im Monat November 1944 der aus dem Militärdienst entlassene Jesuitenpater Hans Werner Mende als Seelsorger. Besonders intensiv widmete er sich der hiesigen Pfarrjugend durch Glaubensstunden und Lebensunterweisung. Die Begegnung mit ihm hinterließ ihre Spuren in dem jungen Heinz und legte wohl den ersten Grundstein zu dessen späterer Berufung.

Den 2. Weltkrieg verbrachte der Vater getrennt von seiner Familie, da er als Offizier in Dänemark seinen Dienst tun mußte. Bei Kriegsende, im Mai 1945 gab es keine Verbindung zu iim; die erste Nachricht von ihm erhielt die Familie kurz vor Vertreibung der Deutschen aus dem Osten am 1. April 1946. Tage später traf die Familie in Salzgitter mit dem Vater zusammen bei Onkel Paul, dem Bruder seines Vaters. Als der Vater im Januar 1947 eine Stelle in der Verwaltung der Lungenheilstätte Engelthal bei Hersbruck östlich von Nürnberg erhielt, siedelte die Familie Monate später ebenfalls dorthin, von wo auch Heinz die Oberrealschule in Hersbruck bis zum Abitur 1951 besuchte. Der Schulweg von 5 Kilometer führte durch den Wald und über die Felder; die so gegebene Naturverbundenheit entschädigte ihn für die Strapazen des Weges. Nach dem Abitur vollzog Heinz den Eintritt in den Jesuitenorden, wo er am 14. September 1951 das Noviziat der Ostdeutschen Jesuitenprovinz unter der Leitung von P. Otto Pies auf dem Jakobsberg bei Bingen begann. Dazu notierte er: "Es war keine leichte Zeit - Prüfung der Echtheit der Berufung". Auf das Noviziat von 2 Jahren erfolgte die damals ordensübliche Ausbildung: ein Jahr grundlegende Bildung in Feldkirch/ Vorarlberg, drei Jahre Philosophie im Berchmanskolleg in Pullach bei München, ein zweijähriges Praktikum am Berliner Canisius-Kolleg, darauf ein vierjähriges Theologiestudium in St. Georgen in Frankfurt am Main (1959-1963), dem sich das Tertiatsjahr in Münster anschloß.

Die Priesterweihe erhielt Heinz Brokof am 22. August 1962 von Erzbischof Alfred Bengsch in der Berliner St. Ludwig Kirche, da die St. Canisius-Kirche der Berliner Jesuiten wegen gewisser Baumängel nicht betreten werden durfte.

Der priesterliche Einsatz führte Pater Heinz Brokof in verschiedene Städte und verschiedene Seelsorgsbereiche: ob ordensintern als Hausminister, Superior und Socius des Provinzials oder als Klinikpfarrer, als Kaplan in einer Marburger Pfarrgemeinde und später als Pfarrer von St. Albertus in Gießen sowie zugleich der Filialgemeinde Maria-Frieden in Heuchelheim. Für ihn waren diese seelsorglichen Einsätze stets eine Herausforderung, der er sich als Ordensmann bereitwillig stellte, wenn auch manche Aufgaben seine Kräfte und Veranlagung überstiegen; dann suchte er Erholung in Südtirol oder bei seinem Bruder.

Im Grund seines Wesens war Pater Brokof eine Frohnatur, die auf andere ansteckend wirkte. Durch seine menschlich-offene und priesterlich-schlichte Art auf Menschen zuzugehen, ihnen zuzuhören, ihnen in ihren Nöten einfühlsam beizustehen, sie im Glauben zu stärken oder sie mit seiner poetischen Begabung durch Gedichte aufzuheitern, gewann er deren Vertrauen und Zuneigung; er konnte sich ganz auf den Menschen einstellen. Das gab ihm Kraft in seinem Leiden nach einem leichten Schlaganfall, demzufolge er im Mai 2006 in das Berliner Seniorenheim der Jesuiten, dem Peter-Faber-Kolleg übersiedelte. Schließlich beschenkte Gott seinen treuen Diener am 1. September 2010 mit der Aufnahme in seine Herrlichkeit.

R.i.p.