P. Georg Conrad SJ
* 1. August 1912 in Fraustadt
Ordenseintritt 16. April 1931 in Mittelsteine
Priesterweihe 27. August 1919 in St. Clemens
11. März 2004 im Peter-Faber-Kolleg

Georg Heinrich Paul hat der Gymnasiallehrer Georg Conrad für seinen Erstgeborenen auf dem Standesamt eintragen lassen. Gut 2 Jahre später war er gefallen. Die Mutter litt ihr Leben lang darunter, zog nach Frankenstein in die Nähe von Verwandten und auch, um den beiden Söhnen trotz der kargen Witwenrente einen Gymnasialbesuch zu ermöglichen. So wurde die Jugend für Georg hart.

Eine frohe und glückliche Atmosphäre erlebt Georg Conrad zum ersten Mal, als er in Mittelsteine Exerzitien macht. Besonders der Angelus, Gebhard von Stillfried strahlt Glück aus. So tritt Georg nach dem Abitur bei den Jesuiten ein. Die Ausbildung verläuft anders als erwartet: Wegen politischer Schwierigkeiten zum Interstiz nicht nach Südrhodesien und zur Theologie nicht nach Valkenburg sondern nach Sankt Georgen. Zur Priesterweihe in St. Clemens dürfen keine Verwandte kommen, da Berlin wegen des drohenden Krieges als Reiseziel gesperrt ist. Auch der Traum von den Missionen ist jetzt ausgeträumt.

Wegen eines Fehlers der Einberufungsbehörden kann er jedoch das Studium beenden und kommt erst September 1940 zum Militär. Aber dann: Ostpreußen, Balkan, Rumänien, von dort nach Rußland bis kurz vor Stalingrad. Dort wird er aufgrund des Führerbefehls entlassen. Seine Division geht in Stalingrad unter. Der Provinzial schickt ihn nach Breslau für P. Tanner, der beim Militär war. Eine herrliche Zeit trotz Gestapobesuche, Geldstrafe. Bald nach Kriegsende wird er Kuratus an St. Ignatius, baut mit einem Arbeitstrupp Kirche, Patres- und Jugendhaus wieder auf, bis die letzten 5 deutschen Jesuiten Ende 1946 aus Breslau ausgewiesen werden.

Das geplante Tertiat findet erst 49/50 in Münster statt; zuvor muss er in Rostock und als Pfarrer in Ribnitz einspringen. Nach dem Tertiat kommen unerwartete Destinationen, die ihm Angst machen, die er aber im Gehorsam annimmt und gut bewältigt: 1950 Exerzitienhaus in Parchim aufbauen und für 10 Jahre leiten. 1960 Superior in Hoheneichen, dazu 1964 Regionalsuperior für die DDR. Deshalb 1966 nach Biesdorf, um leichter mit dem Provinzial Kontakt zu halten. Dort 10 Jahre, zeitweise auch als Superior. Dazu 2 Mal Instruktor (mit 30-tägigen Exerzitien) und eine Zeit lang bei der Leipziger Rednerturme. Endlich eine Destination, die er wünscht: 1976 Pfarrer in Graal-Müritz an der Ostsee. Die Weite des Meeres tut ihm wohl. Allmählich macht sich das Alter bemerkbar. 1994 gesteht er dem Provinzial, wie verbraucht er sich fühlt. Nur die Feier der HI. Messe macht ihm Freude. Daraus lebt er. So kommt er nach Kladow. Schon bald trifft ihn ein Aortenaneurysma, das er erstaunlicherweise überlebt. Aber er bleibt bis zum Tod gezeichnet. So zeigt ihn das letzte Foto vom Sommerfest 2003.

R.i.p.