P. Matthias Dietz SJ
* 21. Oktober 1890
31. Mai 1977

P. Matthias Dietz wurde am 21. 10. 1890 als jüngstes von zehn Kindern in Plittersdorf bei Godesberg geboren. Seine rheinische Herkunft zeigte sich bis in seine letzten Lebensstunden in seinem köstlichen Humor.

Früh machte auf ihn als Kind einen tiefen Eindruck die marianische Frömmigkeit seiner Mutter. Sie sollte die Wurzel seiner eigenen herzlichen Liebe zur Muttergottes werden. Bald wurde er ein eifriger Ministrant, und seine Mutter sagte zu ihm gelegentlich, wenn er morgens zum Meßdienen aufbrach: "Junge, denk daran, daß du unter heiligen Engeln kniest." Hier wurde wohl die tiefe Ehrfurcht gegenüber der heiligen Messe und dem heiligen Altarssakrament begründet, die bei P. Dietz in seinem ganzen Leben so vorbildlich war.

Der Herr berief den 19jährigen in die Gesellschaft Jesu. Sein Noviziat machte er in Holland, da die Jesuiten damals noch aus Deutschland verbannt waren. Seine humanistischen Studien vollendete er in der berühmten "Stella Matutina" im österreichischen Feldkirch. Zu seinen philosophischen Studien finden wir ihn wieder im holländischen Valkenburg. Aber bald stellte er sich, wie viele seiner Mitbrüder, als Krankenpfleger 1915 im Malteserkriegslazarett 51 für die Pflege der Verwundeten und Kranken zur Verfügung. Diese aufreibende Tätigkeit führte ihn nach Polen, Serbien und Frankreich. Seine weiteren philosophischen und theologischen Studien machte er ab 1918 wiederum in Valkenburg und dann im polnischen Krakau. Hier mag wohl seine Vorliebe für den Osten besonders gewachsen sein.

1922 wurde er zum Priester geweiht. 1925 begann er seine erste große priesterliche Tätigkeit im ostpreußischen Königsberg. Hier war er vor allem Studentenseelsorger. Zugleich betreute er aber auch Gymnasiasten, Mitglieder des KKV und Altakademiker.

Von 1931-1946 war er dann Präses der Marianischen Männerkongregation in Beuthen 0/S. Von 1946-1949 wirkte er mit der gleichen Aufgabe in Frankfurt am Main. Ab 1949 war er dann unermüdlich in Berlin tätig als Präses der Männerkongregation, Leiter der Nikolausbruderschaft, Redakteur des "St. Nikolausboten", Übersetzer klassischer geistlicher Werke und als unbeirrbarer Apostel für die Union mit der Ostkirche.

Am 17. Mai 1977 fuhr er in körperlicher und geistiger Frische trotz seiner 86 Jahre in den wohlverdienten Sommerurlaub. In dem schönen bayrischen Luftkurort Inzell holte ihn unerwartet, aber wohl vorbereitet, seine geliebte himmlische Mutter am letzten Tag des Marienmonats heim zum ewigen Urlaub. Der Herr vergelte ihm all seine Freundlichkeit, seine allseitige Hilfsbereitschaft und seinen vielfachen priesterlichen Dienst.

R.i.p.