P. Engelbert Dubiel SJ
geboren am 1. Juli 1915 in Gleiwitz
geweiht am 6. November 1947 in Pullach
gestorben am 25. Juli 1996 in Berlin

Engelbert Dubiel, am 1. Juli 1915 in Gleiwitz / OS geboren, wuchs mit einer jüngeren Schwester in einer von Einfachheit und tiefem Glauben bestimmten Familie auf. In jungen Jahren erlebte er sehr bewußt Inflation, Arbeitslosigkeit und Weltwirtschaftskrise. Diese Erfahrungen prägten ihn für später.

Nach dem Abitur am Realgymnasium trat er am 29. April 1935 in Mittelsteine ins Noviziat der Ostdeutschen Jesuitenprovinz ein. Von Oktober 1936 bis April 1937 machte er den Reichsarbeitsdienst. Ein geregeltes Studieren war anschließend freilich nur bis zum Sommer 1939 möglich. Einige Tage vor Kriegsbeginn zog man ihn zu einer "kurzfristigen Übung" ein. Tatsächlich war es der Beginn von sechs strapazenreichen und gefährlichen Jahren. Der Befehl, daß alle Jesuiten aus der Wehrmacht zu entlassen seien, erreichte E. Dubiel nie, so daß er die verschiedensten Einsätze mitmachen mußte. Aus Rußland retteten ihn eine Verwundung und Erfrierungen. Der Weg führte dann nach Afrika. Immer wieder erfuhr er in diesen Jahren Schikanen und Zurücksetzungen, weil er Jesuit und Theologe war. Zweimal geriet er in Gefangenschaft: das erste Mal von Mai bis Oktober 1943 in Tunesien, das zweite Mal vor Kriegsende in einem Lazarett in Gera. Die Gefangenschaft in Nordafrika endete im Zuge eines Gefangenenaustausches, in Gera verdankte er einer einsichtigen Lagerführung, daß er an gültige Entlassungspapiere kam.

Endlich konnte er die Studien wieder aufnehmen: von 1945-1948 in Pullach, von 1948-1950 in Büren. Die Kriegs- und Lagererlebnisse ließen ihn in diesen Jahren nicht los und belasteten ihn schwer. Am 6. November 1947 wurde er von Weihbischof Neuhäusler zum Priester geweiht. Nach dem Tertiat folgten Jahre in verschiedenen Tätigkeiten. Seit 1952 half er am Canisius-Kolleg und ab 1957 zählte er zum Ignatiushaus, lebte und arbeitete aber öfters auf Einzelposten und übernahm dort Aushilfen, wo jemand gebraucht wurde. Als seine schönsten, wenn auch nicht einfachsten Jahre nannte er die Zeit von 1978-1990 in der Krankenseelsorge am Auguste-Viktoria-Krankenhaus.

Bei seinem 80. Geburtstag gab. P. Dubiel so etwas wie eine kurze Zusammenfassung dessen, was ihn in all den Jahren bewegt und ihm Kraft und Ausdauer gegeben hat: "Das Alter allein ist noch keine Auszeichnung. Das Alter kann auch nicht mit großen Leistungen aufwarten. Das Alter kann aber ein Beweis sein, daß man mit einiger Lebenstechnik 80 Jahre erreichen und 60 Jahre im Orden aushalten kann. Das Alter hat 60 Jahre den Orden mitgetragen, und der Orden mußte uns vielleicht manchmal auch ertragen.

Immer wieder bewegen mich Gedanken von P. Karl Rahner ... Es ist die Rede des hl. Ignatius an einen Jesuiten von heute. Sie ermuntern mich, an der Last des Apostolates mitzutragen und den Orden in die Zukunft zu führen".

Das letzte Lebensjahr war gezeichnet durch eine schwere Krebserkrankung. P. Dubiel nahm diese Last an als seinen Anteil am Apostolat und trug sie willig und mit großer Geduld.

R.i.p.