Bruder Heinrich Dunkel SJ
geboren am 21. Februar 1909 in Sarstedt bei Hannover
gestorben am 19. April 1988 in Berlin-Kladow

Nach der Schulzeit erlernte Heinrich Dunkel in der Hildesheimer Straße in Hannover das Polster- und Dekorateur-Handwerk. Über seine Jugend berichtete er, daß er seinen Eltern eine treukatholische Erziehung verdanke und er selber ganz selbstverständlich tief geprägt aus dem katholischen Glauben lebte. Im kath. Jungmännerverband nahm er regen Anteil an der Entwicklung der kath. Kirche im Diaspora-Raum Hannover. Er erlebte, wie die Jesuiten sich in der Hildesheimer Straße in Hannover niederließen und bekam Kontakt mit P. Hermann Grünewald, der 1930 auch die Weichen für seinen Ordenseintritt stellte.

Nach dem Noviziat in 's-Heerenberg besorgte er bis 1939 die Wäschekammer in Valkenburg. Er kam nach Essen und wurde 1940 Soldat bis er 1941 wegen seiner Ordenszugehörigkeit wieder entlassen wurde. Als Sakristan an unserer Kirche in Koblenz tätig, wurde Br. Dunkel 1943 bis zum Ende des Krieges im Brüder-Krankenhaus in Koblenz dienstverpflichtet.

1945 half er beim Wiederaufbau unserer Niederlassung in Köln und blieb dort bis 1952 als Sakristan an St. Robert. Im Anschluß daran fand er in Bonn für mehr als 30 Jahre in Kapelle und Haus eine Aufgabe, die ihn ganz ausfüllte und ihm viele dankbare Freunde innerhalb und außerhalb des Hauses schenkte.

Die schlichten Dienste, die Br. Dunkel durch ein langes Ordensleben hindurch ganz selbstverständlich leistete, entsprangen einer großen Gottesliebe und einer echten Freude an seinem Beruf. Br. Dunkel war geistig sehr rege und aufgeschlossen für die Erfordernisse unserer Zeit. Er fürchtete sich nicht, Kritik anzubringen, wo es ihm angebracht schien.

Als seine Kräfte nachließen, fand er 1983 Aufnahme im Peter-Faber-Kolleg in Berlin; auch hier suchte er sich nützlich zu machen, wo immer er konnte. Bei einem längeren Aufenthalt in der Heimat im Herbst 1987 erlebte er viel Freude, kehrte aber als kranker Mann zurück. Mit großer Gelassenheit und Ergebung in den Willen Gottes sprach er sein Ja, als man ihm seinen wirklichen Zustand darlegte. Am Morgen des 19. April empfing er mit sichtlicher Freude noch einmal den Leib des Herrn; kurz danach entschlief er friedlich.

R.i.p.