P. Reinhold Flaspöhler SJ
geboren am 27. August 1932 in Osnabrück-Haste
in die Gesellschaft Jesu eingetreten am 24. April 1952 in Eringerfeld
zum Priester geweiht am 28. August 1964 in Frankfurt
gestorben am 28. Februar 2007 in Berlin-Kladow

Reinhold Flaspöhler wurde am 27. August 1932 in Osnabrück-Haste geboren. Er wuchs auf bei seinen Eltern, Caspar Flaspöhler und Theresia, geb. Kröger, mit zwei Schwestern und zwei Brüdern. Reinhold besuchte das Humanistische Gymnasium Carolinum in Osnabrück, machte 1952 dort sein Abitur und trat unmittelbar danach in Eringerfeld in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Nach zwei Jahren folgte in Tisis bei Felldreh in Vorarlberg das Juniorat, eine Zeit humanistischer Studien, und schließlich das Studium der Philosophie im Berchmanskolleg in Pullach von 1956 bis 1959. Danach sandte der Provinzial ihn für zwei Jahre als Erzieher in das Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg. Dann folgte von 1961 bis 1965 das Studium der Theologie in St. Georgen, Frankfurt, eine für ihn spannende Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dieser Aufbruch der Kirche in eine moderne Zeit hat ihn für seine gesamte Tätigkeit geprägt.

Bischof Wilhelm Kempf weihte Reinhold. Flaspöhler im Dom zu Frankfurt am 28.8.1964 zum Priester. Nach seinen Studien wurde er Religionslehrer und vertretungsweise Internatsleiter im Jesuiteninternat in Büren bis 1967, um von dort als Religionslehrer nach Essen an die Berufsschule zu gehen. Gleichzeitig half er in der "action 365" von P. Leppich mit. Nach seinem Tertiat in Pullach von 1968 bis 1969 bat der Orden P. Flaspöhler, 1970 nach Frankfurt umzuziehen, um einerseits in der deutschen Zentrale der "action 365" mitzuarbeiten, andererseits auch die Gemeindeseelsorge von St. Ignatius mitzutragen.

Offensichtlich ist im Zuge der Umstrukturierung der Arbeitsfelder von P. Leppich P. Flaspöhler schließlich ganz in die Gemeindearbeit von St. Ignatius gewechselt: Er wirkte von 1974 bis 1977 als erster Kaplan an der Jesuitenkirche, seit 1977 war er dann bis 2003 selbst Pfarrer von St. Ignatius. Für ihn wurde wichtig, die Gemeinde, die früher "Im Trutz" ihre Kirche hatte, mehr und mehr in die moderne, von Gottfried Böhm erbaute Kirche und in den Geist des Vatikanum einzuführen und eine entsprechend theologisch reflektierte und mit der Gemeinde immer wieder diskutierte Liturgie und Gemeinschaftsform zu suchen. Dabei halfen ihm viele, anfangs mit manchen Widerständen, später in großer Freundschaft und Bewunderung. Die Ermutigung, dass viele Gremien, Arbeitskreise und ehrenamtliche Gemeindeglieder mithalfen, kam immer neu von P. Flaspöhler.

Schwierig war für ihn, im Zusammenspiel der Stadtkirche und der einzelnen Gemeinden Frankfurts Gemeinsames zu suchen. Denn er spürte: Wenn Kirche in einer mehr und mehr den Säkularisierungstendenzen ausgesetzten Welt Eigenkonturen gewinnen und für Menschen Heimat bieten will, dann muß diese Kirche, diese Gemeinde selbst Eigenprofil und Erkennbarkeit haben.

Ihm ist es in den langen Jahren immer wieder gelungen, die Menschen um den Altar Gottes zu versammeln, aber auch um den Tisch der Gastlichkeit der Gemeinde. So wurde und wird noch heute nach jedem Gemeindesonntag im Gemeindesaal Kaffee getrunken, über die Predigt diskutiert, das Gemeindeleben organisiert, werden Fremde gewonnen und ihnen vermittelt, dass man in St. Ignatius schnell zu Hause sein kann. Dabei bot er immer anregende Gedanken.
Die Gemeinde St. Ignatius verdankt ihm Offenheit, Spiritualität, Nüchternheit und die Bereitschaft, sehr viel ehrenamtlich selbst zu gestalten.

Im Jahr 2003 hörte P. Flaspöhler als Pfarrer in Frankfurt auf und ließ sich vom Provinzial nach Berlin versetzen, um dort im Canisiuskolleg als Seelsorger für die Eltern der Schüler und für Religionsunterricht zur Verfügung zu stehen. Nebenher hat er an vielen kirchlichen Orten wie in Krankenhäusern Gottesdienste gefeiert, denn von der Begegnung der Menschen um den Altar hatte er sein ganzes Leben lang Kraft gewonnen und Segen vermittelt.

Im frühen Sommer 2006 machte sich ein Hirntumor bemerkbar. Dieser wurde operiert und P. Flaspöhler hatte die Hoffnung, von diesem Ubel befreit zu sein. Doch er spürte das nahende Lebensende. Im Februar 2007 lag er in der Charit in Berlin, umsorgt von guten Ärzten und Mitbrüdern. Für zwei Tage konnte er in das Peter-Faber-Haus umziehen. Er starb dort am 28. Februar 2007 und gab Gott sein Leben zurück.

Möge der Schöpfer, der ihm so viel Kraft und seelsorgliche Begabungen geschenkt hatte, vergelten, was er den Menschen, vor allem in der Diözese Limburg und in der Gemeinde St. Ignatius in Frankfurt an Gutem getan, an Evangelium eröffnet, an Spiritualität vermittelt hat.

R.i.p.