P. Bruno Freund SJ
* 30. September 1911 in Breslau, Schlesien
26. November 1998 in Berlin

Bruno Freund, Sohn des Gerichtsassistenten Reinhold und dessen Ehefrau Antonie, wurde am 30. September 1911 in Breslau geboren. Ostern 1917 wurde er in eine katholische Volksschule in Breslau eingeschult, die er bis zur 8. Klasse besuchte. Dann absolvierte er eine vierjährige Maurerlehre, konnte auch in seiner Firma arbeiten, bis er wegen der beginnenden Arbeitslosigkeit entlassen wurde.

1930 nahm er - ermutigt durch einen Aufruf von P. Kempf - während der Faschingstage bei P. Urmitzer SJ an Exerzitien für Jungmänner teil, die in ihm den Entschluß reifen ließen, in den Jesuitenorden einzutreten. Er bat P. Kempf um Aufnahme. Der schrieb ihm: "Machen Sie das Abitur und kommen Sie so wie Sie sind." So besuchte Bruno eine Privatschule, in der man in einem halben Jahr ein ganzes Schuljahr eines "öffentlichen Gymnasiums" absolvieren konnte. 1932 bestand er die Aufnahmeprüfung in die Obersekunda des Matthiasgymnasiums, wo er zusammen mit seinem jüngeren Bruder in der gleichen Klasse war und das Abitur mit "Sehr gut" bestand.

Am 29. April 1935 trat er in den Jesuitenorden ein und legte am Fest Christi Himmelfahrt 1937 die ersten Gelübde ab.
Es folgen die philosophischen und theologischen Studien, immer wieder unterbrochen durch die Einberufungen zum Sanitätsdienst. Als Soldat war er in München, St. Malo und le Mans in Frankreich sowie im Osten in Leningrad. Nie wurde er aus dem Militärdienst entlassen.
Am 6. November 1945 wurde Bruno Freund durch eine Sondergenehmigung des P. General mit 5 Mitbrüdern zum Priester geweiht.

Im Juli 1950 siedelte P. Freund in die sowjetisch besetzte "Zone" über, wo er P. Ogiermann in der Leitung des bischöflichen Knabenseminars in Erfurt ablöste. Im Herbst 1959 widmete sich P. Freund der Exerzitienarbeit in Dresden, wurde aber bald nach Rostock versetzt, um P. Conrad in Parchim als Exerzitienleiter abzulösen. Von dort aus gab er regelmäßig Priesterrekollektionen. Ab Januar 1972 vertrat er den erkrankten P. Borrmann in Bad Doberan, wurde selbst Pfarrer dort und erbaute die neue Kirche. Aus gesundheitlichen Gründen übernahm dann P. Freund im Caritasheim Sternberg den Posten eines Hausgeistlichen.

Seit dem 4. Mai 1993 befand sich P. Freund im Peter-Faber-Kolleg, dem Seniorenheim des Ordens in Berlin, wo er am 26. November 1998, dem Fest des HI. Johannes Berchmans, verstarb.

R.i.p.