P. Christian Geisler SJ
geboren am 22. Februar 1944 in Dresden
gestorben am 2. Oktober 2010 in Berlin-Kladow

Christian Geisler wurde in Dresden geboren und wuchs hier mit seinen Geschwistern Hans Jochen und Marianne heran. Für die Eltern Paul und Eva war es nicht leicht, in den schwierigen Kriegs- und Nachkriegszeiten für Ihre Kinder zu sorgen.

Ein Studium blieb Christian vorerst versagt, da er sich der Jugendweihe verweigerte. Zunächst musste er sich zum Möbeltischler ausbilden lassen mit dem Abschluss eines Abiturs, um dann an der Technischen Universität in Dresden Holztechnologie zu studieren. Die Begegnung und Gespräche mit P. Franz Beschorner ließen in Christian den Gedanken an das Priestertum aufkommen. So trat er am 30.8.1966 in Erfurt-Hochheim in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Die Studien der Philosophie und Theologie absolvierte er am Philosophisch-Theologischen Studium in Erfurt und wurde am 16.3.1974 von Bischof Gerhard Schaffran in Dresden zum Priester geweiht.

Es folgten nun für P. Christian Geisler die von seinen Oberen vorgesehenen pastoralen Einsätze in verschiedenen Bereichen und Städten innerhalb und unter Berücksichtigung der politischen Verhältnisse der DDR. In diesen Einsätzen kamen Christians Veranlagung und spirituelle Ausrichtung zur Geltung. Seine ganze Aufmerksamkeit und Seelsorge galten dem Menschen, den er zum Glauben und Sakramentenempfang führte oder deren Glaubensleben er mittels Ignatianischer Exerzitien vertiefte. Dazu übernahm er auch die Leitung der Exerzitienhäuser in Berlin-Biesdorf und von Haus Hoheneichen in Dresden.

P. Geisler war als Spiritual im Pastoralseminar in Neuzelle und später im Parchimer Edith-Stein-Haus tätig und wirkte als Seelsorger für Schwestern und Priester in der Region Mecklenburg. Er wußte um die Nöte der Gemeindepfarrer in der Diaspora und war stets bereit helfend einzuspringen und Gottesdienste zu übernehmen.

Im Jahr 2002 kam P. Christian Geisler nach Berlin in das Peter-Faber-Haus der Jesuiten; hier diente er zunächst als Hausminister und dann als Superior den Mitbrüdern, deren Vertrauen er schnell gewann.

Große Dankbarkeit verbindet uns mit unserem Mitbruder Christian Geisler auch über den Tod hinaus. Als Mensch mag er im Persönlichen sehr zurückhaltend, vielleicht etwas zu bescheiden gewesen sein. Wohltuend war seine ruhige Art im Umgang mit Menschen und Mitbrüdern; stets bewahrte er die ignatianische Diskretion anderen gegenüber. Die Stärke seiner Seelsorge lag in seiner priesterlich-liebevollen Zuwendung zum Menschen. Die Kraft hierzu, wie auch zu seinen vielfältigen pastoralen Tätigkeiten gab ihm die tägliche Eucharistie, die ihn auch in seinem Leiden stärkte.

Es waren zuerst die Schmerzen, die eine Gallenkolik anzeigten und eine Gallenblasen-Operation erforderten. Durch eine Zufallsdiagnose wurde der Darmkrebs festgestellt. Am 23.9.2010 entließ das Virchow-Krankenhaus unseren Mitbruder Christian Geisler; hier im Peter-Faber-Haus wurde ihm die entsprechende Betreuung und Pflege zuteil. Es war eine schwere Zeit für ihn, die unerwartete Erkrankung anzunehmen, die er allein durchstehen wollte. Unerwartet trat auch am 2.10.2010 vormittags sein Tod ein im Beisein seiner Schwester Marianne, seinem Neffen und von unserer Stationsschwester Simone. Unser Mitbruder Christian Geisler schloß die Augen für diese Welt, um hineingenommen zu werden in jenes göttliche Licht, das ihn die verheißene Herrlichkeit Gottes nun schauen läßt.

R.i.p.