P. Lothar Groppe SJ
Geboren am 30.7.1927 in Münster
Eintritt in die Gesellschaft Jesu
am 7.9.1948 in Eringerfeld
Priesterweihe am 31.7.1959 in Frankfurt
gestorben am 17. November 2019 in Berlin-Kladow

P. Lothar Groppe wurde am 30. Juli 1927 in Münster als jüngster Sohn von Theodor Groppe geboren, der ihm lebenslang ein großes Vorbild war. Als Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall verhinderte dieser durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP befohlene "Volkskundgebung gegen die Juden". Der mutige Katholik wurde im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Durch Flucht aus der Festung Küstrin entging er seiner Hinrichtung und konnte die Kriegszeit überleben. Lothar verbrachte seine Kindheit und Schuljahre in Westfalen, Ostpreußen, Oberschiesien, Pommern, Hessen und Bayern.

Nach seinem Abitur 1946 begann er ein Studium von Jura und Geschichte, trat aber nach zwei Jahren im September 1948 in das Noviziat der Gesellschaft Jesu in Eringerfeld ein. Nach den üblichen Studien der Jesuiten in Pullach und Frankfurt wurde er 1959 am Fest des Hl. Ignatius in Frankfurt zum Priester geweiht.

Als junger Priester wirkte Lothar einige Jahre an zwei Gymnasien des Ordens. Ab 1962 kam er in die Militärseelsorge und war von 1963 bis Ende 1971 als Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg tätig.

1978 wurde er in den Wissenschaftlichen Beirat der Gesellschaft für politisch-strategische Studien in Wien/Madrid berufen. Von 1973 bis 1987 hielt er Seminare für die österreichischen Generalstabs-Lehrgänge. Von 1980 bis 1982 war er Provisor in der Diözese St. Pölten, Studenten- und Lehrer-Seelsorger sowie Pfarrer zweier Gemeinden in der Wachau. Zwischenzeitlich leitete er die Deutsche Sektion von Radio Vatikan.

1988 schrieb P. Groppe ein packendes Buch über P. Michael Pro SJ zu dessen Seligsprechung - Untertitel "vom mexikanischen Schlingel zum Priester und Märtyrer." Zudem war P. Groppe seit Jahrzehnten publizistisch tätig und veröffentlichte zahlreiche Artikel zu religiösen und zeitgeschichtlichen Themen in verschiedenen Zeitschriften.

Von 1982 bis 2007 war P. Groppe als Krankenhaus-Seelsorger in Bad Pyrmont und Berlin tätig. Danach wirkte er als Seelsorger bei Schwestern am Timmendorfer Strand und kam 2015 aus gesundheitlichen Gründen nach Berlin Kladow in unser Jesuiten-Seniorenheim.

In dieser Zeit veröffentlichte er 2016 auch "Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich. Die Erzbischöfliche Hilfsstelle für nichtarische Katholiken in Wien." Dokumentation von P. Ludger Born SJ, bearbeitet und ergänzt durch P. Lothar Groppe SJ.

Im Juli 2019 feierte er noch sein 60-jähriges Priesterjubiläum mit den Mitbrüdern und legte dann am 17. November 2019 sein Leben endgültig in die Hand Gottes.

R.i.p.