P. Johannes Hein SJ
* 8. Dezember 1902 in Berlin
21. Mai 1975 in Berlin

P. Johannes Hein SJ wurde am 8. 12. 1902 in Berlin geboren. Als Sohn eines Seminaroberlehrers wuchs er mit vier Geschwistern in Leobschütz O/S auf, wo er auch das Gymnasium besuchte. Am 23. 9. 1922 trat er in das Noviziat der Gesellschaft Jesu in s'Heerenberg bei Emmerich ein. Seine philosophischen und theologischen Studien machte er in Valkenburg/Holland mit einer Unterbrechung als Präfekt an einer Ordensschule in Mariaschein / Böhmen. Am 27. 8. 1931 wurde er in Valkenburg zum Priester geweiht. Danach wirkte er einige Jahre als Kaplan am Marien-Wallfahrtsort Heiligelinde in Ostpreußen. Es folgte ein Wirken als Beichtvater, Prediger und in der Hausverwaltung in Oppeln 0/S, bis er am 18. Mai 1941 zur Wehrmacht eingezogen wurde.

In Drachenbronn im Elsaß wurde er als Sanitäter ausgebildet. Bald finden wir ihn tätig tief in Rußland im strengen Winter als Sanitäter bei den Kradschützen, beim Sanitätszug und auf dem Hauptverbandplatz. Dabei suchte er seinen Kameraden auch priesterlich zu dienen. Doch erkrankte er selbst an Flecktyphus und Tuberkulose. Ostern 1942 lag er schwerkrank in Warschau und wurde schließlich nach Landshut in Bayern verlegt, wo es mit ihm zu Ende zu gehen schien. Aber er konnte die Krise überwinden und hielt sich dann in den Heilstätten von Kirchseeon in Bayern und zuletzt in Branitz O/S auf, von wo aus er als Kriegsversehrter aus der Wehrmacht entlassen wurde. In den Nachkriegsjahren war er trotz geschwächter Gesundheit von DresdenHoheneichen aus zwei Jahre in Landmissionen unter den Vertriebenen eifrig tätig. Dann wurde er zweiter Krankenhausseelsorger im Hedwigskrankenhaus in Berlin, wo er in seinen katechetischen Predigten seinen Hörern eine gediegene Kost bot. Schließlich siedelte er des Klimas wegen in ein Heim bei Kempten/Allgäu über. Da aber sein Gesundheitszustand sich immer mehr verschlechterte - er litt an der Parkinsonschen Krankheit und an schwerem Asthma -, kam er in das Seniorenheim des Ordens nach BerlinKladow. Gott erlöste ihn von seinen Leiden im St.-Gertrauden-Krankenhaus in Berlin am 21. 5. 75. Er wurde am 26. Mai auf dem Friedhof in Berlin-Reinickendorf beigesetzt.

Nur Gott steht ein endgültiges Urteil über ein Menschenleben zu. Wir können nur vorsichtig aus fast scheuen und schüchternen Äußerungen des anderen oder aus Äußerlichkeiten einiges erschließen. P. Hein war ein solider, gewissenhafter Arbeiter, der mit den ihm gegebenen Talenten das Beste tat. Er besaß eine tiefe Frömmigkeit. An einem Muttergottesfeiertag geboren, war er immer ein großer Verehrer Mariens, der oft den Rosenkranz in der Hand hatte. Im Hedwigskrankenhaus hatte er fleißig an Betrachtungen und Ansprachen über Maria gearbeitet. Der Gottesmutter schreibt er auch seine für ihn lebensrettende Verlegung aus Rußland in die Heimat zu. Er hat immer treu zu seinem Ordensberuf und zu seinem Priestertum gestanden.

Ein Zeichen besonderer Begnadigung kann das lange Leiden von P. Hein sein, die immer mehr fortschreitende Gehbehinderung, besonders sein qualvolles Bronchialasthma. Diese letzte Zugesellung zum leidenden Christus verspricht auch die Vereinigung mit Christus, dem Auferstandenen.

R.i.p.