Bruder Bernhard Hesse SJ
Geboren am 1. Oktober 1907 in Altpatschkau
Ordenseintritt am 8. Juli 1932 in Mittelsteine
Gestorben am 20. Februar 2002 in Berlin-Kladow

Am 1. Tag des Rosenkranzmonats 1907 ist er geboren. Ohne Rosenkranz um die Hände oder den Arm geschlungen konnte man ihn in seinen letzten Lebensjahren nicht antreffen. Der Rosenkranz musste in den OP mit, als der Bruder zur Bein-Operation hineingeschoben wurde. Und auch, als er danach nie wieder richtig auf die Beine kam, - den Rosenkranz hatte er fast immer in den Händen. Er war ein fröhlicher Beter. In seinem Taschenkalender fand sich ein Lumina-Zettel mit den Worten:

"Lachen macht selig."

Sein Leben verlief solide, gerade und unkompliziert. In Altpatschkau, einem kleinen Dorf in Oberschlesien geboren, arbeitete er, als jüngster von fünf Jungen, auf dem väterlichen Gut mit, besuchte zwei Semester lang die Landwirtschaftsschule, machte den Autoführerschein, war bei Kolping und beim Zentrum. Um aus dem kleinen Dorf einmal herauszukommen, fuhr er 1930 mit einem Kolpingsbruder 4000 km durch Deutschland. Bei einem Bildungsabend sagte ihm ein unbekannter Kumpel "Du passt auch ins Kloster". Bernhard erschrak, machte Exerzitien, las "Der Ruf Christi", betete viel und begann am 7. Januar 1932 in Mittelsteine das Postulat.

Auch im Orden war sein Lebensweg geradlinig. Im Noviziat machte er eine Gärtnerlehre bei Br. Kox, 1934-1936 in Münster bei Br. Spiecker. 1936-1940 übernahm er den großen Garten von Mittelsteine. Dann kam er zum Militär. Vor Moskau wurde er, weil Jesuit, entlassen, leitete den väterlichen Hof, da der Bruder Soldat war. September 1945 wurde er nach Mittelsteine geholt, wo wieder Jesuiten waren. Er versuchte das 400 Morgen große, verwüstete Gut wieder aufzubauen und Getreide zu säen. Doch schon im März 1946 wurde er vertrieben; war dann bis Oktober 1946 Gärtner in Eringerfeld.

Dann bestimmte ihn der Provinzial zum Gärtner in Hoheneichen. Es war abenteuerlich, in die sowjetische Zone zu kommen. Aber es gelang. Bis 1954 blieb er in Hoheneichen. Dann brauchte man ihn auf dem Jakobsberg. Also kam Br. Hesse dorthin als Sozius des Oekonoms. Von dort ging es im November 1960 ins Canisius-Colleg nach Berlin, dort war er wieder Gärtner und zuständig für die Sauberkeit im Haus.

1974 kam dann die letzte Versetzung nach Kladow. 28 Jahre blieb er dort, lange Zeit als Gärtner, bis schließlich seine Körperkräfte nachließen und er in das Altenheim umsiedelte. Es blieben ihm der Rosenkranz und das Lachen, und bis zu seinem Lebensende strahlte er Zufriedenheit und Freude aus.

R.i.p.