Bruder Alfons Himmel SJ
* 6. Dezember 1888 in Bobrek/OS
30. Juli 1970

Du guter und getreuer Knecht,
du bist über weniges treu gewesen,
ich will dich über vieles setzen.
Geh ein in die Freude deines Herrn! Matth. 25, 21

Alfons Himmel wurde am Nikolaustag des Dreikaiserjahres 1888 in Bobrek Kr. Beuthen geboren. Er war das jüngste von zehn Geschwistern. Das Elternhaus lag tief im Walde, und die Geschwister mußten bei jedem Wetter einen Schulweg von viereinhalb Kilometer zurücklegen. Mit 10 Jahren kam Alfons auf die Oberrealschule in Beuthen, die er aber, weil der Vater starb, nach 5 Jahren verlassen mußte. Es folgte eine vierjährige kaufmännische Lehre, die er mit der Prüfung als Prokurist abschloß. Von 1907 bis 1909 diente Alfons in Berlin als Gardedragoner.

Ursprünglich wollte er in den erlernten Beruf zurück. Da griff, wie er selbst sagt, der Hergott ein. Alfons fühlte sich zum Ordensleben berufen. Ohne lange zu überlegen, meldete er sich in seiner Sonntagsuniform bei den Jesuitenpatres, die damals im Berliner Hedwigskrankenhaus wohnten. Er erhielt die Aufnahme und machte sein Noviziat in Exaten und 's Heerenberg (Holland). 4 Jahre im ersten Weltkrieg Soldat, wurde er 1942 wieder eingezogen, diesmal bei der Polizei, wo er den Rang eines Leutnants innehatte, Soldatenjahre, die den Bruder bis in sein Alter deutlich geprägt haben.

Die Tätigkeit im Orden hat Br. Himmel an viele Orte geführt: nach Valkenburg (Holland), nach Aachen, wo er als Pförtner und Sakristan die zahlreichen nach Valkenburg reisenden oder von dort kommenden Mitbrüder kennen lernte. So wurde Br. Himmel bald eine bei den deutschen Jesuiten bekannte Persönlichkeit. 1928 kam er in seine Heimat nach Beuthen; wie so viele mußte er sie 1945 wieder verlassen. Über Feldkirch kam er 1947 an das Canisius-Kolleg und wurde 1957 (immer als Sakristan) in das neu erbaute lgnatiushaus versetzt. Dem Alternden wurde diese letzte Versetzung nicht leicht. "Hoffentlich schlägt der alte Baum noch Wurzel", sagte er. Es gelang noch einmal. Doch als der Bruder zu kränkeln anfing, kam er im Mai 1963 in das Altersheim nach Kladow, wo er sich noch nützlich machte und mit seinem köstlichen Humor noch viel zur Unterhaltung und Heiterkeit beitrug. Am Vorabend des lgnatiusfestes 1970 ging Br. Himmel nach kurzer Krankheit heim. Wer ihn kannte, weiß, daß er all die Jahre als echter Ordensmann dem Herrn in seiner Kirche treu gedient hat.

Der Herr gebe ihm die ewige Ruhe.