P. Georg Hoffmann SJ
* 21. Februar 1932
15. Februar 2011

P. Georg Hoffmann wurde am 21.2.1932 in Zobten Krs. Breslau als viertes von sechs Kindern der Eheleute Georg und Hedwig Hoffmann geboren. Sein Vater war ein über Zobten hinaus bekannter und sehr geschätzter Arzt, der mit seiner Ehefrau Hedwig für eine solide und gut fundiert praktizierte Religiosität in der Familie sorgte. Im Elternhaus waren Gäste stets willkommen. Unter diesen Gästen waren auch Jesuiten; so kam es fiir die Kinder schon frühzeitig zur Begegnung mit ihnen. Was Wunder, dass alle drei Jungen später Jesuiten werden sollten.

Die ersten Schuljahre 1938-1944 verbrachte Georg in Zobten; diese Schulzeit wurde unterbrochen durch die Vertreibung aus dem heimatlichen Schlesien, die ihre Spuren in Georg zeit seines Lebens hinterließ. Erst 1947 konnte er den Schulbesuch im Aloisiuskolleg der Jesuiten in Bad Godesberg wieder aufnehmen und 1953 mit dem Abitur abschließen. Die davor liegenden zwei schulfreien Jahre war Georg als Organist tätig.

Mit dem Eintritt in den Jesuitenorden im April 1953 begann für Georg die normale, damals übliche Ausbildung. Die philosophischen Studien durfte er in Montreal/ Kanada absolvieren. Die Priesterweihe erhielt er am 27.8.1961 von Bischof Julius Döpfner in der Berliner St. Matthias-Kirche.

Entsprechend seiner vielseitigen Begabung war auch der apostolische Einsatz von P. Hoffmann. Es begann mit der Studentenseelsorge ab 1963 in Darmstadt, dann ab 1966 in Berlin. Daneben fand er stets die Zeit für Exerzitienkurse und als Dozent an Akademien tätig zu sein für die Ausbildung von Katecheten und zur Weiterbildung von Lehrern und Studienräten in Dogmatik und Fundamentaltheologie. Sein gründliches und umfangreiches theologisches Wissen stand für ihn immer im Dienst einer praktikablen Spiritualität. Das machte ihn ordensintern geeignet für den Novizeruneister zunächst in Berlin und dann 1970 in Münster für die zusammengelegten Noviziate der ostund niederdeutschen Jesuitenprovinzen.

Im Januar 1977 übernahm P. Hoffmann erneut in Berlin eine Dozentur an der hiesigen Theologischen Akademie; er war ein sehr geschätzter Dozent, der sehr einfiihlsam die Studierenden nicht nur unterrichtete, sondern auch begleitete. Dazu kamen Exerzitienkurse, theologisch-geistliche Vorträge, Aushilfen in den Pfarrgemeinden und Sprechzimmertätigkeit. Gesundheitliche Einbußen zwangen ihn, seine Tätigkeiten einzuschränken und nach einem inoperablen Herzinfarkt im Januar 2002 in das Seniorenheim der Jesuiten in BerlinKladow umzuziehen. Dank seiner Veranlagung machte er sich noch hier nützlich mit Hauswarts- und Gartenarbeiten. Doch sein Herz wurde immer schwächer, bis es am 15.2.2011 in der Klinik aufhörte zu schlagen.

Im Rückblick darf noch gesagt werden:
P. Georg Hoffmann war menschlich aufgeschlossen und in Verständnis, in Nachsicht und Güte dem Menschen zugetan. Das entsprang letztlich seiner priesterlichen Berufung und ignatianischen Schulung, die seine Persönlichkeit prägten und die ihn den "Deus semper maior" im Menschen und somit in allem Menschlichen aufspüren und erblicken ließen. Nicht nur die unzähligen Menschen, die er schulte oder denen er Lebens- und Glaubensorientierung geben durfte, bleiben ihm dankbar verbunden, auch wir Jesuiten dürfen für einen solchen Mitbruder, dessen Theologie überzeugte und spirituell gelebt wurde, sehr dankbar sein in der Hoffnung dass er, der in Gottes Herrlichkeit Aufgenommene, uns nicht vergisst.

R.i.p.