P. Wolfgang Hundeck SJ
geboren am 23. Oktober 1927 in Grottkau/Oberschlesien
gestorben am 28. Juli 2012 in Berlin-Kladow

Wolfgang Hundeck wurde in Grottkau/ Oberschlesien geboren und wuchs hier mit seinen beiden Brüdern - dem älteren Bernd und dem jüngeren Hans - heran. Kindheit und Jugend waren unbeschwert und glücklich unter der liebevollen Obhut ihrer Eltern Charlotte und Josef, der als Oberregierungsrat seiner Familie einen gewissen Wohlstand ermöglichte.

Als Zehnjähriger kam Wolfgang auf das humanistische Gymnasium St. Matthias in Breslau. Doch wurde der Schulbetrieb ab 1943 eingeschränkt, da Wolfgangs Jahrgang eingezogen wurde als Luftwaffenhelfer zur Flak, bald darauf zum Reichsarbeitsdienst und schließlich zum Fronteinsatz in der Wehrmacht. Im April 1945 geriet Wolfgang in die Gefangenschaft der Amerikaner, die diese Kriegsgefangenen den Franzosen übergaben. Hier im Lager begegnete er einem Benediktinerpater, der in einem der Gespräche ihn mit der Frage des Priestertums konfrontierte. Dieser aufkommende Gedanke ließ Wolfgang nicht mehrlos; dazu kam ihm ein weiterer Gedanke als Missionar in Japan zu wirken. So konnte er das von den Franzosen errichtete Gefangenenseminar in Chartres zur Weiterbildung besuchen und hier sein "Notabitur" machen. Das war im Jahr 1947, in dem Wolfgang auch aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde und in welchem er am 15. September in das Jesuiten-Noviziat in Pullach bei München eintrat. Der damals ordensübliche Ausbildungsgang wurde jäh unterbrochen durch das Bahn-Auto-Unglück von Herrsching am 19. Mai 1951, bei dem 16 junge Jesuiten starben und einige wenige schwer verletzt überlebten, wie auch der auf Leben und Tod verletzte Wolfgang Hundeck. In den ersten Wochen in der Klinik stand ihm sein Bruder Hans (später Diözesanpriester in Berlin) Tag und Nacht zur Seite. Nach zweijähriger Rekonvaleszenz konnte Wolfgang seine Studien der Philosophie und Theologie wieder aufnehmen.

Die Priesterweihe empfing Wolfgang Hundeck am 29. Juni 1958 in Berlin von dem damaligen Bischof Julius Döpfner in der Jesuitenkirche St. Canisius.

Trotz bleibender schmerzhafter Folgen des Unfalls stellte sich P. Hundeck den für ihn von seinen Oberen vorgesehenen seelsorglichen Einsätzen in Berlin, Köln und Königstein.

Für 12 Jahre war er in den USA tätig, wo er in der Nachfolge von P. Wedig die Seelsorge der Deutschen in Chicago übernahm und um finanzielle Unterstützung der deutschen Jesuiten-Ostprovinz und ihrer Rhodesien-Mission warb.

Zurück in Deutschland war Wolfgang Hundeck in Hannover Krankenhausseelsorger und Hausminister der dortigen Jesuitenkommunität (1980-1989). Es folgten 12 Jahre als Hausgeistlicher der Unbeschuhten Karmelitinnen in Auderath und dann 6 Jahre in Trier, wo er im Beichtdienst den dortigen Mitbrüdern half.

P. Wolfgang Hundeck bemerkt zu seinem apostolischen Wirken: "So ist es wohl verständlich, dass ich praktisch immer am Rande der Erschöpfung gearbeitet habe und es eigentlich erst mit der Destination zu den Schwestern etwas leichter hatte".

Letztes lässt sich auch von seinen Jahren in Trier sagen. Doch mit abnehmenden Kräften wurde ihm auch der dortige Dienst schwer. Deshalb sahen für ihn die Oberen das Seniorenheim der Jesuiten in Berlin-Kladow vor, wohin P. Wolfgang Hundeck am 7. Oktober 2007 übersiedelte und wo ihm die erforderliche Betreuung und Pflege zuteil wurde. Hier ist er am 28. Juli 2012 gestorben.

R.i.p.