P. Wolf Huwe SJ
* 3. August 1939
28. Januar 2021

Wolf Huwe wurde am 3. August 1939 in Ostpreußen geboren, nahe Tilsit, wo er getauft wurde. Er hatte noch 3 Geschwister, zwei Brüder und eine Schwester, die ihn in Kladow öfter besucht haben.

Im Alter von 5 Jahren erlebte er 1944 mit seiner Familie die Flucht nach Berlin - sein Vater kam nicht zurück aus dem Krieg. In der Pfarrei Herz Jesu Prenzlauer Berg diente er als Ministrant. Später lernte er über den Bund Neudeutschland Pater Tanner SJ kennen und trat im September 1958 auf dem Jakobsberg bei Bingen in das Noviziat der Jesuiten der ostdeutschen Provinz unter P. Soballa ein. Ein Jahr Juniorat verbrachte er in Kladow, wo er tüchtig Latein lernen musste. Es folgten 3 Jahre Philosophie 1961-64 in Pullach. Von 1964-66 folgte ein Interstiz in der Sinoiamission St. Alberts mit Sprachstudium, die Theologie kam 1966-69 in Heythrop und Salesbury England. 1969 wurde Wolf in der Hedwigskathedrale (Ostberlin) von Kardinal Bengsch zum Priester geweiht, weil nur so es möglich war, dass seine Familie und Angehörigen, die im Osten wohnten, an seiner Priesterweihe teilnehmen konnten.

Sein letztes Jahr der Theologie verbrachte er in Chishawasha, kam 1972 als Seelsorger nach Karoi und 1976 nach Banket. 1975 machte er sein Tertiat in Kladow bei P. Zodrow. Weiter wirkte er in Sinoia und in der Dompfarrei von 1983-1991 und weiter an anderen Pfarreien. Von 2002-2004 war er Hausgeistlicher bei den Maristen Schulbrüdern, Rothwell Farm und kehrte 2005 nach einem Schlaganfall nach Deutschland zurück und lebte seitdem im Peter-Faber-Haus in Kladow. Durch den Schlaganfall hatte er Mühe, sich zu verständigen. Ebenso konnte er zunehmend weniger sehen. Er bewegte sich mit seinem Stock und seinem Rosenkranz im Garten, die letzte Zeit brauchte er einen Rollator. Wichtig war für ihn der Kontakt zu seinen Geschwistern, die in Berlin lebten. Er war an dem Geschehen in Simbabwe weiter interessiert und hielt auch Kontakt zu seinen Mitbrüdern. Eine gute Freundschaft verband ihn auch weiterhin mit Bruder Jonathan Chazura, der ihn in Kladow auch einmal besuchen konnte.

Wir erlebten Wolf als aufmerksamen Mitbruder, der trotz seiner Schwierigkeiten und Einschränkungen immer ein lächelndes Gesicht zeigte. In den Anfangsjahren konnte er regelmäßig bei den Hedwigschwestern in Kladow um 7 Uhr die Hl. Messe feiern (20 min Fußweg), bis er wegen seiner Augenschwäche damit aufhören musste. Als im Januar 2021 sich sein körperlicher Zustand plötzlich bedrohlich verschlechterte, mussten wir ihn ins Krankenhaus bringen, wo er nach kurzem Aufenthalt starb. Leise und still hat er uns verlassen, ist aufgebrochen so, wie es der Hebräerbrief sagt: "Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die Zukünftige suchen wir" (Hebr 13,14).

Er ist auf dem Jesuitenfriedhof in Berlin Reinickendorf beigesetzt.

R.i.p.