Bruder Theophil Kirschniok SJ
geboren am 15. Dezember 1906 in Mikultschütz, Oberschlesien
in die Gesellschaft Jesu eingetreten am 16. Februar 1928 in Mittelsteine, Grafschaft Glatz
gestorben am 22. August 1994 in Berlin-Kladow

Theophil Kirschniok wurde als letztes von neun Kindern am 15. 12. 1906 in Mikultschütz (jetzt Zabrze) in Oberschlesien geboren. Sieben Jahre lang besuchte er die katholische Volksschule. Das achte Jahr wurde ihm wegen seiner guten Leistungen und seiner Begabung erlassen. Bald nahm er eine Lehre als Schriftsetzer an, wechselte aber bald, um die Familie finanziell unterstützen zu können, zu der Abwehrgrube in Donnersmarck über und arbeitete dort im Lohnbüro.

Die Jesuiten lernte Theophil Kirschniok zum ersten mal kennen, als diese in seiner Heimatpfarrei eine Volksmission hielten. Dabei traf er die Patres Blümel, Georg Beyer und Wessendorf. Von ihnen erfuhr er, daß die Gesellschaft Jesu in der Grafschaft Glatz eine Niederlassung eröffnen wollte. So fuhr Theophil eines Sonntags nach Mittelsteine, sah sich alles an, sprach mit dem Novizenmeister P. Konstantin Kempf und begann am 15. August 1927 das halbjährige Postulat. Am 16. Februar 1928 wurde er zum Noviziat zugelassen.

Drei Monate nach den ersten Gelübden kam Br. Kirschniok nach Breslau als Hilfe für den P. Ökonom. Bald aber rief ihn der damalige Provinzial der neuerrichteten ostdeutschen Jesuitenprovinz P. Bernhard Bley nach Berlin, um in der Provinzprokur mitzuarbeiten. Nach 5jähriger Tätigkeit in Berlin wurde er nach Valkenburg (Holland) versetzt. Dort erreichte ihn 1936 die Weisung, an die Kurie der Jesuiten nach Rom zu gehen, wo er P. Assistent Brust als Sekretär zur Seite stehen sollte. 31 Jahre arbeitete Bruder Kirschniok in Rom als Sekretär und in der Buchhaltung. In diesen langen Jahren erlebte er vier Päpste, drei Jesuitengenerale und vier Generalkongregationen. Dem Nachfolger von P. Brust, P. Assistent van Geste], half er 18 Jahre als Sekretär, bis dessen Nachfolger, P. Schönenberger, ihm den langersehnten Wunsch, in die Heimat zurückzukehren, gewährte.

So kam Br. Kirschniok 1967 nach Berlin ins Ignatiushaus, wo er die Buchhaltung übernahm. Hier blieb er bis 1990. Ein schweres Herzleiden zwang ihn, die Oberen um Versetzung ins Altenheim zu bitten. Zum 1. Oktober 1990 kam Br. Kirschniok nach Kladow in das Peter-Faber-Kolleg, um, wie er sagte, "auf den letzten Ruf ins himmlische Jerusalem zu warten". Dieser Ruf erreichte ihn am 22. August 1994, an dem er ruhig und friedlich einschlief und seine Seele vertrauensvoll in Gottes Hand legte.

Bruder Kirschniok hat stets seine Aufgaben gottergeben, gewissenhaft, mit großem Eifer und mit Sorgfalt ausgeführt. Bei all seiner vielen und verantwortlichen Arbeit blieb er stets gutgelaunt, freundlich, froh, hilfsbereit und dabei äußerst bescheiden, wodurch er sich viele Freunde erwarb. Sein schweres Leiden ertrug er vorbildlich. Für die Mitbrüder und den Orden hat sich Bruder Kirschniok große Verdienste erworben.
Möge Gott ihm alles vergelten.

R.i.p.