P. Josef Kirtzel SJ
geboren am 19. März 1924 in Schweidnitz/Schlesien
gestorben am 19. Oktober 2010 in Berlin-Kladow

Josef Kirtzel wurde geboren in Schweidnitz/Schlesien; hier wuchs er auch auf mit seiner Schwester Magdalena, liebevoll umsorgt von den Eltern Reinhold und Maria. Die Eltern gaben Ihren Kindern eine gute und religiös solide Erziehung. Nach dem Besuch der Volksschule kam Josef 1934 auf das städtische Humanistische Gymnasium in Schweidnitz. Im selben Jahr ließ er sich aufnehmen in den Bund Neudeutschland; doch dieser wurde zwei Jahre später vom Hitlerregime verboten. Nach dem Abitur 1942 musste Josef zum Militärdienst (Ausbildung und Einsatz) zunächst in Breslau, dann in Oldenburg und Caserta/Italien, und schließlich zum Flakeinsatz beim "Afrika-Korps" in Nordafrika. Dieser Einsatz endete bereits nach 9 Monaten im Mai 1943 mit der Gefangennahme durch die Alliierten und dem Abtransport der Kriegsgefangenen in die USA.

Nach der Rückführung nach Deutschland wurde Josef Kirtzel am 4. Mai 1946 in Oberbayern aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Er fand seine inzwischen aus Schlesien evakuierten Eltern in Niederbayern, wo er dann als Dolmetscher für die US-Truppen in Vilshofen und Passau fungierte.

Am 13. September 1947 trat Josef Kirtzel in das Jesuiten-Noviziat in Pullach bei München ein. Es folgten die Studien der Philosophie in San Cugat bei Barcelona/ Spanien und anschließend die der Theologie in St. Georgen in Frankfurt/Main.

Die Priesterweihe empfing P. Kirtzel durch den Apostolischen Nuntius Aloysius Münch am 30.7.1956 im Dorn zu Frankfurt/Main. So vielseitig auch seine apostolischen Arbeiten waren, vorrangig war ihm immer der Mensch, dem er sich ganz in der Seelsorge zuwandte. So wirkte P. Josef Kirtzel als Seelsorger in den Kliniken von Gießen und Flensburg, in der Pfarrgemeinde St. Canisius in Berlin (1960-1963) und in der deutschen Gemeinde in Varese/Italien (1968-1974). Er war Hausgeistlicher des Ursulinenklosters in Bad Neuenahr-Ahrweiler (1991-1997) und dann Beichtvater und Präses der Männer-MC in Koblenz (1997-2003).

Auch als P. Kirtzel in der Administration der Apostolischen Nuntiatur in Bonn-Bad Godesberg (1962-1968 und 1978-1988) oder ordensintern als Sekretär des Berliner Jesuitenprovinzials (1974-1977) tätig war, er blieb Seelsorger, der gerne und regelmäßig in den Pfarrgemeinden aushalf. Am 24. Juni 2003 kam unser Mitbruder Josef Kirtzel in das Peter-Faber-Haus nach Berlin. Anfangs übernahm er noch Gottesdienste in Pfarrgemeinden und bei den Hedwigschwestern. Mit zunehmenden Jahren wurde er schwächer und eine Wundrose machte ihm zu schaffen. Diese mit einer sich verschlimmernden Sepsis und einem chronischen Lymphödem waren Ursachen seines unerwarteten Todes am 19. Oktober 2010 im Krankenhaus Havelhöhe.

Gott nahm seinen getreuen Diener auf in seine Herrlichkeit.

R.i.p.