P. Heinz Klinkert SJ
* 1. Dezember 1912 in Berlin
8. März 1977 in Berlin

"Haltet mich nicht auf, denn der Herr hat Gnade zu meiner Reise gegeben.
Lasset mich, daß ich zu meinem Herrn ziehe."
(Gen 24, 56)

P. Klinkert war mit dem Gedanken eines plötzlichen Abschieds seit langem vertraut. Er sprach ohne Furcht und mit Natürlichkeit davon. Er rechnete mit ihm als mit einem Freund und gab sein Leben mit Gelassenheit in die Hände dessen zurück, von dem er sich von Kind auf geführt und beauftragt wußte.

Geboren wurde Heinz Klinkert am 1.12.1912 in Berlin und verlebte zusammen mit seiner älteren Schwester eine geborgene Kindheit. Als 1925 das Canisius-Kolleg eröffnet wurde, war er unter den ersten Schülern. Dort lernte er die Gemeinschaft kennen, die seine geistige Heimat wurde. So ging er 1934 für zwei Jahre in das Noviziat der Jesuiten nach Mittelsteine/Schlesien. Nach zwei weiteren Jahren des Philosophiestudiums in Pullach bei München wurde er kurz vor Ausbruch des Krieges nach Argentinien geschickt, wo Priester gebraucht wurden.

Von seiner Priesterweihe im Jahr 1943 erfuhren Mutter und Schwester nur auf dem "Dienstweg" über das Konsulat. Gleich nach Abschluß der Grundstudien wurde ihm 1946 trotz seiner schwachen Gesundheit kurzfristig ein Lehrauftrag für Ethik gegeben, den er mehrere Jahre hindurch wahrnahm. Danach wuchs er langsam in die Aufgabe hinein, die später zu seinem eigentlichen Charisma wurde: Geistlicher Berater und Führer zu sein für seine Mitbrüder und für Theologiestudenten, Ordensschwestern und Priester. Bis 1961 versah er diese Aufgabe in Buenos Aires, dann bis 1969 im Lateinamerikanischen Kolleg auf der Via Appia in Rom und schließlich in Berlin.

Die Zeit in Berlin wurde, wie er selbst sagte, zur fruchtbarsten seines Lebens. Hier entdeckte er zunächst neu seine alte Heimat, bei Verwandten, den Mitbrüdern in St. Clemens und später im Canisius-Kolleg sowie bei den vielen Menschen, die bald zu ihm kamen oder ihn riefen. Sie fanden in ihm einen klugen, einfühlsamen Menschen, der zuhören konnte und zu vermitteln verstand. Nichts Menschliches war ihm fremd, und wo Probleme nicht zu lösen waren, ging man doch erleichtert von ihm weg und konnte die Schwierigkeiten menschlicher angehen.

Bald wurde er Mitarbeiter in der "Katholischen Glaubensinformation Berlin" und im "Ökumenisch-Missionarischen Institut", in das er als Vertreter der Katholischen Kirche entsandt wurde. Zu seinem eigenen Erstaunen wuchs er damit in ein Arbeitsgebiet hinein, in dem alle seine menschlichen und geistlichen Gaben voll zur Entfaltung kamen. In seiner Weisheit und Menschlichkeit half er, Brücken zu bauen zwischen den Kirchen.

Bescheiden, wie er lebte, ist er von uns gegangen, heiter und entschieden in der Nachfolge bis zur letzten Stunde. Auf dem Heimweg von der "Katholischen Glaubensinformation" zum Canisius-Kolleg erlitt er am 8.3.1977 abends einen Herzschlag.

R.i.p.