Bruder Nikolaus Kockel SJ
geboren 14. Mai 1907
in den Orden eingetreten 19. April 1925
gestorben 12. Februar 1996

Nikolaus Kockel wurde am 14. Mai 1907 in Höflein bei Kamenz, Oberlausitz (Sachsen) geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Crostwitz schickten ihn seine Eltern auf die Neue Domschule in Bautzen. Gern berichtete er, daß er dort im Dom von Bautzen Ministrant gewesen sei.

1921 begann er nach seiner Schulentlassung eine Lehre als Schuhmacher, die er mit der Gesellenprüfung abschloß, und trat am 19. April 1925 in Tisis (Feldkirch, Vorarlberg) in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Einen Tag nach seinen ersten Gelübden am 27. April 1927 schickten ihn seine Ordensoberen nach München zu den "Stimmen der Zeit".

Weitere Stationen seines Ordenslebens waren: Breslau, Mittelsteine (Schlesien), Berlin, wo er zuerst in der Pfarrei St. Clemens als Pfortenbruder tätig war. Seine Glanzzeit aber begann am 23. März 1933, als er in der Pfarrei St. Canisius zu Berlin-Charlottenburg zum Küster ernannt wurde. Dieses Amt übte er 53 Jahre lang mit großer Freude aus.

Während seiner Küsterjahre erlebte Br. Nikolaus Kockel 5 Pfarrer. Ganze Generationen von Ministranten, die er alle ausgebildet hatte, und viele Pfarrkinder erinnern sich noch heute gern an ihn. Zwei Mal mußte Br. Kockel miterleben, wie die St. Canisius-Kirche zerstört wurde. Im Dezember 1943 bei einem Bombenangriff und am 1. Mai 1995 durch einen von unvorsichtig spielenden Kindern verursachten Brand. Diesen Brand erlebte Br. Kockel allerdings aus der Ferne, denn bereits am 10. Mai 1986 war er aus Gesundheitsgründen in das Peter-Faber-Kolleg, das Seniorenheim der Jesuiten, in Berlin-Kladow versetzt worden, wo er auch nach längerem Leiden in den frühen Morgenstunden des 12. Februar 1996 starb.

Br. Kockel hatte viele Talente. Neben seinem 16 Stundentag in Kirche und Sakristei spielte er Orgel, kümmerte sich um die Wäsche der Mitbrüder und schreckte auch nicht zurück seine Meinung zu äußern. Deshalb wurde er auch einmal von einem kleinen Jungen gefragt: "Bist du der liebe Gott"? Als Br. Kodel dies verneinte, sagte der Kleine: "Ach, jetzt weiß ich! Du bist der Onkel von der Kirche!". Dieses für ihn so lustige und freudige Erlebnis bewahrte Br. Kockel schmunzelnd in seiner Erinnerung.

Möge Gott ihm all die viele Arbeit und all die Sorgen und Mühen für "sein Haus" vergelten.

R.i.p.