P. Gerrit König SJ
geboren am 19. September 1922 in Berlin
Priesterweihe am 3. August 1952 in Huysburg/Halberstadt
Eintritt in die Gesellschaft Jesu am 15. Oktober 1957 in Erfurt
gestorben am 7. April 2014 in Berlin-Kladow

Gerrit König wurde 1922 in Berlin geboren und besuchte nach einer Privatschule das Jesuitengymnasium am Lietzensee für einige Monate. Durch die Versetzung seines Vaters an die Gesandtschaft in La Paz, Bolivien, siedelte die ganze Familie 1932 dorthin. Doch schon 1934 brachte die Mutter Gerrit nach Europa zurück und er kam in das Benediktiner-Gymnasium in Ettal, wo er sich wohlfühlte und 1940 sein Abitur machte.

Danach durchlief Gerrit für einige Monate die Lehre als Bankkaufmann und kam dann zum Reichsarbeitsdienst. Die anschließende militärische Einberufung führte ihn nach Oberammergau zur Nachrichtentruppe bei der Infanterie. Sein Einsatz war an der Ostfront, wo er zweimal verwundet wurde, wobei er sein linkes Auge verlor und das rechte zwei Drittel der Sehschärfe einbüßte.

Nach einer Offiziersschule in Wiener-Neustadt wurde er zum Leutnant befördert. Nach seiner Genesung begann er als Soldat das Medizinstudium in München und Innsbruck. In Hamburg erwarb er seinen kaufmännischen Gehilfenbrief, doch diese Berufungsmöglichkeiten stellten ihn nicht zufrieden. Klarheit gewann er nach einer hl. Kommunion in einer inneren Eingebung, und so entschloss er sich für das Priestertum.

An der der Phil.-theol.-Hochschule in Freising studierte Gerrit Philosophie mit dem Abschluss. Es folgte das theologische Studium an der Jesuitenhochschule "St. Georgen". Für seine spätere priesterliche Tätigkeit gab er der norddeutschen Diaspora den Vorzug und ließ sich in die Osnabrücker Diözese aufnehmen. Diese hatte in Mecklenburg noch 3 Dekanate zu betreuen. So kam Gerrit auf die Huysburg bei Halberstadt, wo er auch von Bischof Rintelen am 3. August 1952 zum Priester geweiht wurde. Sein erster Einsatz war die Großstadtpfarrei in Rostock und die Betreuung von 25 Dörfern mit drei Gottesdienststationen, wo er oft mit dem Motorrad unterwegs war.

Während dieser Zeit fühlte Gerrit sehr deutlich in sich den Ruf zum Ordensleben. So begann er 1957 das Noviziat der Gesellschaft Jesu in Erfurt und wurde anschließend Kaplan in der Jesuiten-Pfarrei in Dresden-Strehlen, wo er über zwei Jahre besonders als Jugendseelsorger im Dekanat tätig war.

1966 kehrte er nach Rostock zurück in die Studentenseelsorge. 1971 übernahm Gerrit die Leitung des Exerzitien- und Bildungshauses in Parchim. 1973 bekam er dann das Amt des Superiors in Dresden und damit Aufgaben im Exerzitienhaus Hoheneichen.

1981 wurde er zum Regionalsuperior für die DDR ernannt. Um den damit verbundenen Aufgaben zu entsprechen, übersiedelte Gerrit 1983 in die Residenz in Erfurt-Hochheim.

Die letzten Jahre verbrachte er als Seelsorger bei den Nazareth-Schwestern in Goppeln und kam von dort 1997 in das Seniorenwohnheim der Jesuiten in Berlin Kladow. Hier wurde ihm liebevolle Betreuung und Pflege durch die Schwestern und Mitbrüder zuteil. Er lebte weiter im apostolischen Kontakt zu vielen Menschen, sei es durch Besuche oder Telefonate. Uns Mitbrüdern war er ein lebendiges und liebenswürdiges Zeugnis für das Ordensleben, besonders auch durch seine Dankbarkeit für alles und sein treues Gebet.

Br. Joachim Wehner las ihm täglich zuletzt aus den Büchern von Bischof Reinhold Stecher vor und so wünschte er sich für sein Sterbebild den Spruch: "Viele Wege führen zu Gott, einer geht über die Berge." Nach längerem Leiden durfte er sein Leben am 7. April 2014 in die Hand seines Vaters zurücklegen.

R.i.p.