P. Wilhelm Köster SJ
geboren 2. November 1906 in Düsseldorf
gestorben 6. Juni 1985 in Berlin

Das tieferfüllte Leben P. Wilhelm Kösters spannt sich vom Allerseelentag 1906 bis zum Fronleichnamsfest 1985. Als einziges Kind gläubiger Eltern aufgewachsen, fand der sehr wache Junge schon früh zu einem bewußt geistigen und geistlichen Leben. Dazu gab u. a. der Bund "Neudeutschland" Anregung und Hilfe. Nach dem Abitur studierte er Mathematik in Berlin, wechselte aber bald zur Theologie. 1931 promovierte er in Freiburg/Br. zum Doktor phil., 1934 wurde er in Köln zum Priester geweiht. Zunächst war er in Reutlingen und Bad Godesberg sieben Jahre in der Pfarrseelsorge tätig. Nach vier Jahren als Sanitäter an der Ostfront trat er - 39 Jahre alt - 1945 in den Jesuitenorden ein. Nach ergänzenden Studien führte es ihn nicht in die erhoffte akademische Lehrtätigkeit, sondern auf eigenen Wunsch nach Schweden. Hier begann 1951 seine eigentliche Lebensarbeit:

"Mein Beruf war die professio ... in die Gegenwart wirken zu müssen, das gehörte von Anfang an zu meiner Sicht vom Priester ... die beiden Kernstücke meiner priesterlichen Verkündigung, die Vernünftigkeit des Glaubens und das Kreuz wuchsen mir zu tieferer Einsicht zusammen ... es gilt, das geistige Gut der Kirche, also vor allem die vortheologischen Implikationen des Glaubens, mit dem an den Universitäten vor sich gehenden Forschungs- und Arbeitsprozeß in Zusammenhang zu bringen ..." (Autobiographica).

Dieser Verkündigung diente er in ungezählten Universitäts-Seminaren, Einzelgesprächen, Aufsätzen, Konferenzen und Predigten. Viele Jahre lang war er Mitarbeiter, dann Chef-Redakteur der Kulturzeitschrift "CREDO". Von April 1964 bis zum Ende des 2. Vatikanischen Konzils war er als 'Peritus' des Stockholmer Bischofs in Rom tätig. Im gleichen Jahr übernahm er einen Lehrauftrag für ökumenische Theologie an der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/Main.

So hat er über 30 Jahre hindurch in mehrfachem Wechsel zwischen Uppsala und Göteborg dem Aufbau der Kirche in Schweden gedient, vorrangig im akademischen Milieu, aber stets "bereit, eine Kinderbeichte zu hören oder vor Putzfrauen zu predigen".

Mit ehrlicher Freude, voll nüchternem Glaubensoptimismus und mit humorvollem Realismus hat er die Aufgabe der Kirche im Norden, in Deutschland und im übrigen abendländischen Raum vertreten. All sein geistiges und geistliches Ringen geschah im intensiven Kontakt mit dem kulturellen Leben, zumal in Literatur, Musik und Malerei. "Irgendwo hat die Welt mir immer geleuchtet ... gemüht habe ich mich um die Artikulation dessen, was sich mir in vielen Einfällen eröffnet hat. Mein Leben ist professio dessen, was mir in immer neuen Erleuchtungen geschenkt worden ist. Die innere Quelle ist nie versiegt." (Autobiographica).Den Mitbrüdern in Schweden war er ein stets hilfsbereiter Ratgeber, aufgeschlossener Mitstreiter und überaus anregender Lebensgefährte. Wir sind dankbar, daß er so lange mit uns war.

"Die Auferstehungserwartung ist mir seit Ostern 1976 mehr und mehr zu einer tragenden Komponente Imeines Dasein geworden ... Was auf Erden unvollendet bleibt, wird in der Auferstehung vollendet und in göttliche Weiten fortgeführt." (Autobiographica).

R.i.p.