P. Wilhelm Kohlen SJ
* 30. Juli 1893
11. Mai 1971

P. Wilhelm Kohlen stammte aus Neuß, wo er am 30. 7. 1893 geboren wurde. Mit 19 Jahren trat er in die Gesellschaft Jesu ein und erhielt seine ganze Ausbildung, wie damals üblich, in den deutschen Häusern des Ordens in Holland. Die Ausbildungszeit wurde einzig durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. Von 1915-1918 war P. Kohlen als Krankenpfleger in Kriegslazaretten tätig.

Nach der Priesterweihe fand er 1925 seine erste Anstellung als Kaplan an St. Canisius. Man erinnert sich dort noch heute an ihn als an einen immer freundlichen und gütigen Seelsorger. Er hatte die männliche Jugend, die in zahlenmäßig starken Gruppen zusammengefaßt war, zu betreuen. Zugleich ist P. Kohlen aus jenen Jahren als ausgezeichneter Prediger in Erinnerung, dessen Stimme keines Mikrophons bedurfte. Freilich war er schon damals herzleidend. Mehr als einmal geschah es, daß er während des Gottesdienstes zusammenbrach. Dennoch hat er sich immer wieder aufgerafft und weitergearbeitet.

Von St. Canisius ging P. Kohlen 1936 nach Biesdorf, wo er bis 1939 als Exerzitienmeister wirkte. Die weiteren Stationen seines Lebensweges, in denen sich Krieg und Zusammenbruch spiegeln, lauten: 1939-1945 Seelsorge in Danzig-Zoppot, zugleich rege Mitarbeit an der dortigen Kirchenzeitung. 1945-1946 Krankenhausseelsorger in Neuruppin. Nach einigen Jahren Akademiker-Seelsorge in Hannover folgt von 1949-1955 wieder ein Einsatz in der Krankenhausseelsorge und zwar bei den Barmherzigen Brüdern in seiner Heimatstadt Neuß. Von dort wurde P. Kohlen nach Gießen berufen, wo er von 1955-1963 zeitweise auch als Superior tätig war.

Als kranker Mann kam P. Kohlen dann 1963 nach Berlin zurück. Er sollte im Peter-Faber-Kolleg zu Kladow Genesung suchen. Aber trotz opfervoller Pflege wollte sich keine Besserung einstellen. Als Folge von Schlaganfällen versagte auch die Sprache immer mehr. Es wurde ein stummes Dulden, das der hinfällig Gewordene im Lehnstuhl oder im Rollstuhl, mit dem er in den Garten gefahren wurde, still und gelassen, ohne je zu klagen, trug. Es war ein langsames, schmerzliches Sichlösen. Die hl. Kommunion blieb die tägliche Kraftquelle. Auch am 11. Mai empfing P. Kohlen sie noch einmal. Wenige Stunden darauf holte der Herr ihn heim.

R.i.p.