Bruder Josef Kornek SJ
geboren am 23. Januar 1922 in Klosterbrück, Kreis Oppeln
in die Gesellschaft Jesu eingetreten am 2. Februar 1940 in Mittelsteine
gestorben am 13. April 1993 in Berlin

Josef Kornek wurde als zweitjüngstes von sieben Geschwistern am 23. Januar 1922 in Klosterbrück bei Oppeln geboren. Früh lernte er die Oppelner Jesuiten kennen, früh auch reifte in ihm der Entschluß, in den Orden einzutreten. Nach dem Abschluß der Volksschule arbeitete er zuerst in einer Fabrik. Aber dort hielt es ihn nicht. Mit etwas über 16 Jahren wurde er am 20. April 1938 in den Orden aufgenommen, durfte aber das Noviziat erst am 2. Februar 1940 beginnen.

Im Oktober 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Eine harte Zeit von Hin- und Hergeschobenwerden, Entbehrung und Krankheit begann. Als Funker in Rußland brachte ihn der Flecktyphus in Todesgefahr und zeichnete ihn für später. Als Bursche eines Arztes wurde er nach Westen verlegt und geriet in französische Gefangenschaft. Diese Zeit mit härtester körperlicher Arbeit setzte ihm seelisch sehr zu, ihr verdankte er aber auch seine Krankenpflegekenntnisse und viele Erfahrungen über Größe und Schwäche der Menschen.

Im Februar 1946 wurde er entlassen und suchte nach den Mitbrüdern. Über Büren, Eringerfeld, Sankt Georgen und Trier, wo er die Große Krankenpflege in verkürzter Form absolvieren wollte, wurde er schließlich 1950 ans Berliner Canisius-Kolleg versetzt. Nach fünf Jahren mußte er dann auf den Jakobsberg und danach ins neugegründete Peter-Faber-Kolleg. Ab Dezember 1964 wurde das Canisius-Kolleg seine Heimat für fast 30 Jahre.

Über das Hin und Her der frühen Jahre klagte Josef Kornek nie. Daß er die Große Krankenpflege nicht hatte abschließen dürfen, verwand er dagegen nicht.

Josef Kornek gehörte zu den stillen Mitbrüdern und unermüdlichen Arbeitern. Auf ihn war Verlaß. Dabei fiel ihm die Arbeit oft sehr schwer, vor allem an den Tagen, an denen ihm die Folgen der Kriegs- und Gefangenenzeit zu schaffen machten. Dann konnte er sich abschließen und war nicht ansprechbar. Deshalb beschlich die Mitbrüder oft die Sorge, wie lange dies so gut gehen mochte.

Seit etwa 1985 kam ein Herzleiden dazu und immer wieder auftretende Atembeschwerden. Eine Bypassoperation und verschiedene Krankenhausaufenthalte wurden nötig. Wirkliche Besserung brachten sie nicht.

Josef Kornek war ein empfindsamer Mensch, der Blumen liebte und der sich freute, wenn seine Pflanzen gediehen. Er freute sich auch über ein Lob für seine Arbeit in der Wäscherei und litt immer wieder an den eigenen und fremden Grenzen.

Möge ihn nun der Herr vom Tod zum Leben führen, aus dem Dunkel in das Licht, aus der Bedrängnis in Seinen Frieden!

R.i.p.