P. Paul Kranz SJ
geboren am 7. April 1915 in Kreuzburg/OS
zum Priester geweiht am 30. Juli 1944 in Wien
gestorben am 8. September 1998 in Berlin

Paul Kranz wurde am 7. April 1915 als jüngstes der fünf Kinder des Eisenbahn-Oberschaffners Jakob Kranz und seiner Ehefrau Cäcilie, geborene Frassek, in Kreuzburg/OS geboren. Die Eltern gaben den Kindern eine gute, religiös fundierte Erziehung und ermöglichten ihnen eine solide Ausbildung. Paul besuchte die Staatliche Gustav-Freytag-Schule zu Kreuzburg, ein humanistisches Gymnasium, und legte im März 1934 mit Auszeichnung die Reifeprüfung ab.

Am 12. April 1934 trat er in Mittelsteine, Grafschaft Glatz, in das Noviziat der Ostdeutschen Jesuitenprovinz ein. Nach dem Reichsarbeitsdienst studierte er ab Herbst 1937 Philosophie in Pullach bei München. Von August 1939 bis Oktober 1941 war er zur Wehrmacht eingezogen. Nach der für die Jesuiten verfügten Entlassung studierte er Theologie in Wien und Pullach. Am 30. Juli 1944 wurde er von Kardinal Theodor Innitzer in der St. Canisiuskirche in Wien zum Priester geweiht.

Nach dem Tertiat wurde P. Kranz für das Studium der Altphilologie und für die Lehrtätigkeit der alten Sprachen bestimmt. Er studierte in Berlin und Frankfurt und unterrichtete nach dem Staatsexamen auch einige Jahre. Ihm, dem Sprachbegabten, lag diese Tätigkeit aber nicht wirklich. Der Schulbetrieb belastete ihn und andere. So durfte er in die praktische Seelsorge wechseln. Von Juli 1963 bis April 1994 arbeitete er in Osterreich, die letzten 15 Jahre als Spitalseelsorger im Krankenhaus des Landes Oberösterreich Traunkirchen-Buchberg. Hier war er "der richtige Mann am richtigen Ort".

Er war gern in Österreich; das Krankenhaus, den Ort Traunkirchen und das Salzkammergut aber liebte er. Man wußte, wie sehr er sich für die Kranken einsetzte, kannte sein etwas aufbrausendes Temperament, seinen Wissensdurst und sein Beharrungsvermögen, wenn er einmal am Fragen war. Er war ein geselliger Mensch, bei Veranstaltungen immer dabei. Da konnte er aus seinem großen Wissen schöpfen und es gut einsetzen. In seinen noch gesunden Tagen waren die Predigten begeisternd, gekonnt aufgebaut, historisch belehrend. "Man besuchte seine Messen gern" und schätzte ihn als aufopferungsvollen Priester.

Seine letzten Jahre in Traunkirchen und im Altenheim des Ordens in Berlin-Kladow, wo er seit April 1994 lebte, waren geprägt durch zunehmende Gebrechlichkeit und schwere Krankheiten. Beides trug er mit großer Geduld und ohne Klagen. Ausdauernd betete er, betrachtete immer wieder Darstellungen christlicher Kunst und die Bilder von Verwandten und Mitbrüdern, sprach über ihre wichtigen Daten und Feste. Alle schloß er in seine Fürbitten ein. Nach einem mehrtägigen Todeskampf verstarb er am Fest Mariä Geburt. Have pia anima!

R.i.p.