P. Paul Lottner SJ
* 6. Januar 1910 in Düsseldorf
18. Dezember 1992 in Berlin-Kladow

P. Paul Lottner SJ wurde am 6. 1. 1910 in Düsseldorf als Sohn eines Kaufmanns geboren. Nach vier Jahren Volksschule ging er von 1920 bis 1929 auf das Prinz-Georg-Gymnasium, wo er sein Abitur mit "gut" ablegte.

Im gleichen Jahr trat Paul Lottner in die Gesellschaft Jesu ein. Nach seinem Noviziat studierte er im holländischen Valkenburg Philosophie (1931-34) und Theologie (1937-41). 1939 wurde er zum Priester geweiht. Kurze Zeit war er Soldat in einer Sanitätseinheit.

Zwischen seinen philosophischen und theologischen Studien arbeitete P. Lottner als Sekretär in der Philosophisch-Theologischen Hochschule "Sankt Georgen". Eine ähnliche Tätigkeit versah er nach seinen Studien in der Bibliothek von Valkenburg.

Von 1942 an arbeitete P. Lottner an verschiedenen Orten in der Seelsorge. Die längste Zeit war er in Lübeck tätig (ab 1951). Hier arbeitet er als Gefängnispfarrer, Berufsschullehrer und Standortseelsorger des Bundesgrenzschutzes.

P. Lottner hatte die Gesellschaft Jesu hauptsächlich in den großen Studienhäusern erlebt. Dort wurden alle Arbeiten von Mitbrüdern erledigt. Als er dann in kleineren Niederlassungen des Ordens wohnte, fühlte er sich nicht wohl bei dem Gedanken, daß nun auch Laienkräfte, auch Frauen, manche Arbeiten übernahmen. Diese Tatsache beschäftigte ihn mehr und mehr. Er rang mit sich, mit dem Orden und mit Gott um Klarheit zu erhalten, was für ihn wohl der rechte Weg sei. Es gefiel ihm vieles nicht in einer veränderten Welt. Nach vielen inneren Kämpfen und vielen Briefen an seine Oberen, in denen er den für ihn unverständlichen Zustand beklagte, bat er schließlich am 15. September 1960 seinen damaligen P. Provinzial Buuck, außerhalb des Ordens leben zu dürfen. So war er 31 Jahre in Lübeck, bis er am 6. 4. 1991 nach Berlin in das Peter-Faber-Kolleg kam. Hier kümmerte er sich in rührender Weise um alte und kranke Mitbrüder.

Am Abend des 11. Dezember 1992 erlitt er einen Schlaganfall, der ihn einseitig lähmte, und seine Sprachfähigkeit beeinträchtigte. Er kam sofort ins Krankenhaus, aber sein Zustand wurde immer ernster. In den letzten Tagen war er nicht mehr ansprechbar. Am Morgen des 18. Dezember 1992 verstarb er ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben.

Möge er ruhen in Frieden.