P. Robert Manitius SJ
* 3. November 1913 Berlin
24. April 1992 Berlin

Geboren und aufgewachsen im Wilmersdorfer Stadtteil von Berlin, wurde Robert Manitius schon frühzeitig vertraut mit den Licht- und Schattenseiten eines pulsierenden Großstadtlebens. Das Flair dieser Stadt faszinierte; doch da gab es auch die spürbare politische Unsicherheit damaliger Jahre und die nicht übersehbare wirtschaftliche Not so vieler Menschen und bei allem diese Unstetigkeit hastender Großstadtmenschen. Diese Eindrücke ließen in dem jungen Gymnasiasten Robert den Wunsch aufkommen, gerade für diese, so voller Unruhe suchenden Menschen sein Leben einzubringen.

Er trat 1932 in den Jesuitenorden ein und konnte bis 1939 dem normalen Ausbildungsgang folgen; nach einem zweijährigen Pflicht-Wehrmachtsdienst nahm er seine theologischen Studien auf und wurde am 9. November 1942 in Mainz zum Priester geweiht. Die Schrecken der letzten Kriegsjahre durchstand er als Kaplan in der normalen Pfarrseelsorge von St. Clara in Berlin-Neukölln. Dann aber schlug er einen ungewöhnlichen Weg der Seelsorge ein: er meldete sich freiwillig in französische Kriegsgefangenschaft, um den dortigen deutschen Kriegsgefangenen für die nächsten zwei Jahre beistehen zu können.

Anfang der fünfziger Jahre kam P. Manitius in seine Heimatstadt Berlin zurück und wurde 1954 von Bischof Weskamm mit einer Aufgabe betraut, die so ganz seinem Wesen entsprach und die zu seiner eigentlichen Lebensarbeit werden sollte: er wurde Leiter der neu errichteten 'Katholischen Glaubensinformation', die er offiziell bis Ende 1988 leitete und in deren Bereich er bis zu seinem Tod unermüdlich tätig war.

In den Jahrzehnten dieser seelsorglichen Tätigkeit, in der P. Manitius nach den Worten von Bischof Weskamm 'an Suchende das Angebot der katholischen Kirche, des katholischen Glaubens herantragen' sollte, kam es zu Begegnung und Gesprächen mit Hunderten von Menschen dieser Stadt: Menschen, die zu ihm kamen, und Menschen, denen er selbst nachging und die er in ihren Wohnungen aufsuchte. So wurde er den Menschen zum priesterlichen Freund und zum väterlichen Berater in ihren Lebens- und Glaubensfragen.
Er darf der Dankbarkeit und der Gebete unzähliger Menschen sicher sein.

R.i.p.