P. Bernhard Mertz SJ
geboren 12. Juli 1911 in Breslau
ins Noviziat eingetreten 22. April 1933 in Mittelsteine
zum Priester geweiht 21. Juli 1940 in Wien
gestorben 29. April 2001 in Berlin-Kladow

Meine Seele preist die Größe des Herrn
Aus dem Magnificat

Zeitlebens war Pater Mertz ein Marienverehrer. In seinem Leben tat er manches Gute. Wurde er deswegen gelobt, versuchte er dies abzuwehren; dennoch strahlte seine Seele Güte aus und pries die Größe des Herrn.

Geboren wurde er am 12. 7. 1911 in Breslau, dortselbst am 20. Juli in der Pfarrei St. Mauritius auf die Namen Bernhard Maximilian Theophil getauft. Dort besuchte er auch das Matthiasgymnasium, machte 1931 sein Abitur, begann an der Universität das Theologiestudium. Nach 4 Semestern trat er 1933 in das Jesuitennoviziat in Mittelsteine ein. Die Ausbildung im Orden war zunächst die gewöhnliche: 1935 begann er ein Biennium der Philosophie in Pullach, kam 1937 zum Interstiz nach Breslau, im Herbst 1939 zum Theologiestudium nach Innsbruck. Aus den geplanten 4 Jahren wurde nicht viel, da das Jesuitenkolleg beschlagnahmt wurde und die Studenten Innsbruck verlassen mußten.

Er ging auf Umwegen nach Wien, wurde aber bald zur Wehrmacht eingezogen. Als Soldat wurde er am Sonntag, dem 21. 7. 1940 mit einigen anderen Fratres seines Jahrgangs zum Priester geweiht, feierte am nächsten Morgen um 6 Uhr die Prirnizmesse zusammen mit dem Vater und seinen Schwestern. Um 8 Uhr mußte er wieder in der Kaserne sein. Die Mutter war kurz zuvor gestorben. Er hatte um Urlaub gebeten, um an ihr Sterbebett zu eilen, hatte diesen jedoch erst nach einer Beschwerde beim höheren Vorgesetzten erhalten. Als er zu Hause eintraf, war die Mutter bereits verstorben.

Als Theologe kam er bei der Wehrmacht zu den Sanitätern, und wurde für Verwundetentransporte in Rumänien, Griechenland, Jugoslawien und an der Adria eingesetzt. 1941 als Jesuit "wehrunwürdig" aus der Wehrmacht entlassen, studierte er weiter Theologie in St. Georgen am Längssee (Kärnten) und ab 1942 in Frankfurt Sankt Georgen, bis die Hochschule 1943 durch Bomben völlig zerstört wurde.

Er kam als Kaplan nach Berlin-Biesdorf, und damit begann seine gute Zeit als Jugendseelsorger: zunächst bis 1947 in Biesdorf, dann (nach dem Tertiat 1948/49 in Münster) bis 1962 im Bistum Dresden/Meißen. Von den langen und mühseligen Motorradfahrten ins Vogtland erzählte er noch im Alter. Nach einem schweren Unfall kam er 1962-65 als Krankenseelsorger ins St.-Hedwig-Krankenhaus in Berlin, 1965-67 zu Aushilfen und vor allem Fastenpredigten nach Zwickau, von 1969-76 nach Oberhof, 1977 war Dresden die nächste Station, und 1980-91 war er Hausgeistlicher bei den Schwestern in Goppeln. Am 1. September 1991 zog er als 80jähriger in das ordenseigene Altenheim in Kladow. Dort ist er ruhig am 3. Ostersonntag 2001 im Beisein einiger Mitbrüder eingeschlafen.

Theophil, "von Gott geliebt", hatten die Eltern ihm als Taufnahmen gegeben. Die Gottesliebe strahlte er bis zu seinem Tod aus.

Requiescal in pace.