P. Paul Mianecki SJ
* 7. Juli 1907 in Zoppot
26. Januar 1965 in Berlin

Paul Mianecki war als Sohn eines Handwerkers in Zoppot bei Danzig geboren. In Danzig besuchte er das Realgymnasium und trat nach dem Abitur am 26. April 1927 zu Mittelsteine in Schlesien in die Gesellschaft Jesu ein. Im Orden durchlief er den üblichen Studiengang, der durch eine dreijährige Präfektur am damaligen Gymnasium am Lietzensee in Berlin unterbrochen wurde. In Berlin empfing er am 28. August 1938 auch die langersehnte Priesterweihe.

Sein erstes Arbeitsfeld war Ostpreußen, wo er bis zum Januar 1945 als Volksmissionar und Prediger eine sehr segensreiche, bis heute nicht vergessene Tätigkeit entfaltete. Im März 1945 wurde er in Danzig, wohin er sich geflüchtet hatte, verhaftet und als Zivilinternierter in ein russisches Lager gebracht. Weil er an Typhus erkrankte, blieb er vor einem Abtransport nach Rußland verschont und konnte schon im August nach Danzig zurückkehren.

Auf Umwegen gelangte er im Mai 1946 nach Berlin. Hier war er zuerst Socius des Provinzials. Am 15. September 1947 wurde er Rektor des Canisius-Kollegs, das damals gerade in das Gebäude an der Tiergartenstraße einzog. Neben seiner amtlichen Tätigkeit trat P. Mianecki sehr bald als Prediger und Redner hervor. Er sprach im Rundfunk und schrieb zahlreiche Artikel für Zeitungen und Kirchenblätter. Seine echt priesterliche Sorge um den Menschen wie seine warme, sympathische Menschlichkeit ließen ihn schnell den Weg zu den Herzen der Menschen finden. Aufrechte Männlichkeit und das Geschick, auch schwierige Fragen klar und verständlich darzustellen, erleichterten ihm die Seelsorge unter den Menschen verschiedenster Stände und Berufsgruppen.

Nach Ablauf seiner Amtszeit wurde P. Mianecki ganz für die Seelsorge freigestellt. 1957 nahm er an der Generalkongregation seines Ordens in Rom teil und kehrte von dort als Superior des Berliner Ignatiushauses zurück, das einige Zeit vorher bezogen worden war. Als Leiter der Programm- und Redner-Kommission war er maßgeblich an der Vorbereitung des 78. Deutschen Katholikentages in Berlin beteiligt. Er trug aber nicht bloß zum äußeren Gelingen dieser Tage bei, sondern der Berliner Katholikentag hat von ihm auch Antrieb und Prägung erhalten.

Am 19. März 1960 übernahm P. Mianecki als Provinzial die Leitung der Ostdeutschen Jesuitenprovinz, zu der auch die Sinoia-Mission in Rhodesien gehört. Schon im Jahre 1961 konnte er diese Mission visitieren. Die Eindrücke, die er damals aus Afrika mitbrachte, wirkten sich bis an sein Lebensende zum Nutzen der Mission aus. Seine gewandte und zeitnahe Art hatte ihm eine weitreichende Tätigkeit als Prediger und Schriftsteller ermöglicht. Sie zeigte sich aber auch in seiner Amtsführung als Oberer. Seine Leitung war fest und entschieden, zugleich aber auch von Sorge und Mitgefühl für die Seinen erfüllt. Bis in seine letzten Lebenstage beschäftigten ihn die Aufgaben seines Amtes, bereitete er sich auf kommende wichtige Arbeiten vor.

Im Frühjahr 1963 hatte ein Herzinfarkt P. Mianecki schon einmal in höchste Lebensgefahr gebracht. Als Folge dieser Erkrankung blieb ein schweres Herzleiden zurück, dessentwegen er sich jetzt zur Untersuchung und Behandlung ins Krankenhaus begeben hatte, wo schon nach drei Tagen das geschwächte und überanstrengte Herz seinen Dienst versagte. Genau zwanzig Jahre früher, am 26. Januar 1945, hatte P. Mianecki seine feierliche Profeß abgelegt und sich damit ewig und unwiderruflich seinem Herrn und Gott verpflichtet. Nun hat sich seine professio, sein Gelöbnis, erfüllt und vollendet.

R.i.p.