Bruder Adalbert Moschall SJ
* 21. September 1890
24. April 1977

Sein Vater war Schneidermeister in Kiwitten, Kreis Heilsberg/Ostpreußen, und er selbst hat diesen Beruf sein ganzes Ordensleben hindurch gern ausgeübt. Wieviele Ordensgewänder und Anzüge er geschneidert und ausgebessert hat, wußte er nicht; aber das war für ihn auch nicht wichtig. Er hatte sein ganzes Tun in die Hände Gottes gelegt und so wird die getane Arbeit nun für ihn ein Grund zur Freude sein.

Die Stationen seines Ordenslebens waren zunächst das Noviziat in s'Heerenberg in Holland von 1912-14. Dort blieb er bis 1925, unterbrochen von dem Sanitätsdienst 1917/ 18. Nach kurzem Aufenthalt in Valkenburg zog er für die folgenden 50 Jahre nach Berlin, zuerst als Schneider und Pförtner ans Canisius-Kolleg. In der Neuen Kantstraße 2 blieb er bis 1946 und war dann 12 Jahre in Berlin-Biesdorf im Exerzitienhaus, um schließlich wieder ans CanisiusKolleg zurückzukehren, nun in der Tiergartenstraße. Mit 68 Jahren übernahm er hier noch einmal eine volle Arbeitsstelle, bis er schließlich im Mai 1976 ins Peter-Faber-Kolleg übersiedelte.

Stets hatte er ein feines Lächeln auf dem Gesicht, ein Zeichen, daß er im Tiefsten zufrieden und froh war. Er wußte sich im Orden zu Hause und verstand seine Arbeit ganz im Dienst der priesterlichen Aufgaben seiner Mitbrüder. So trug er ihre Arbeit auch durch sein Gebet. Oft kniete er vor dem Altar der Gottesmutter, und an seiner Nähmaschine hing eine Medaille des hl. Petrus Canisius.

Nun ist er in die ewige Gemeinschaft der Mitbrüder aufgenommen und wird es noch tiefer erfahren dürfen: Es hat sich gelohnt, seine ganze Kraft dem Herrn zur Verfügung zu stellen und jedes Tagewerk in der Verbindung mit Jesus zu tun. "Freue dich, daß dein Name im Himmel eingeschrieben ist" (Lk 10, 20). Laßt uns mit ihm und für ihn dem Herrn danken.

    Herr Jesus Christus, du hast allen, die um deinetwillen auf eigenen Besitz und eine Familie verzichten, das Hundertfache in dieser Zeit und in der kommenden Welt das ewige Leben versprochen. Wir bitten dich für den verstorbenen Bruder Adalbert Moschall. Gläubig hat er deinen Ruf vernommen und ist dir nachgefolgt. Verzeih ihm, was in seinem Leben dieser hohen Berufung nicht entsprochen hat. Und da er den Willen hatte, in der Gemeinschaft seiner Mitbrüder dir treu und standhaft zu dienen, so laß ihn nun eingehen in deine Freude, die alle Vorstellungen übertrifft. Denn du bist gut und menschenfreundlich; dich preisen wir mit dem Vater und dem lebenspendenden Heiligen Geist in alle Ewigkeit.

R.i.p.