P. Georg Muschalek SJ
geboren am 24. April 1911 in Hultschin
in den Orden eingetreten am 7. April 1932 in Mittelsteine
zum Priester geweiht am 28. Juli 1948 in Milltown Park
gestorben am 5. Oktober 1999 in Berlin-Kladow

Gehet hin in alle Welt
und verkündet allen Völkern das Evangelium

Pater Muschaleks Liebe gehörte Afrika. Schon als Kind hatte er den Wunsch, dort Missionar zu sein. Am Ende seines Lebens schaute er dankbar zurück: "Ich war 44 Jahre meines Lebens in Englisch sprechenden Gebieten, davon 37 Jahre in Rhodesien/Zimbabwe, Laus Deo Semper."

Geboren war er am 24. April 1911 zu Hultschin, Krs. Ratibor, als dritter Sohn des Mühlenbesitzers Ernst Muschalek und seiner Ehefrau Genovefa, geb. Adamzcyk und wurde 5 Tage später auf die Namen Georg Joseph Maria getauft. 1921 mußte die Familie als Folge des 1. Weltkrieges Hultschin, das zur Tschechoslowakei kam, verlassen und fand eine neue Heimat in Neustadt O/S. Bis nach Afrika war jedoch ein weiter Weg. Nach dem Abschluß der Handelsschule in Neisse ging er 1930 nach England in eine von Jesuiten geleitete Schule für Spätberufene, und erst nach dem Abschluß dort konnte er 1932 in das Noviziat in Mittelsteine eintreten.

Als das Philosophiestudium in Pullach beendet war, erfüllten die Obern seinen Wunsch und schickten ihn nach Rhodesien. Unterwegs erhielt der Kapitän Order, nach Deutschland zurückzukehren und im Falle eines Krieges das Schiff zu versenken, denn die Verhandlungen zwischen Hitler und Chamberlain in München waren in die Krise geraten. Erst als Chamberlain verkündete "Peace in our time" setzte das Schiff seine Reise nach Südafrika fort. Ein knappes Jahr später war Krieg, Frater Muschalek wurde interniert, d.h. er durfte das Land nicht verlassen und mußte seine Pistole abgeben. So wirkte er als Lehrer in verschiedenen Missionsschulen, ab 1944 als Schulleiter auf der alten Chishawasha Mission. Nach dem Krieg endlich Theologie und Priesterweihe in Irland und Tertiat in England.

1952 kam er zum 2. Mal nach Rhodesien, es wurde die Blütezeit seines Apostolates. An vielen Orten war er Lehrer oder Schulleiter oder Oberer oder Bauherr oder Seelsorger oder alles zusammen. Vor allem Marymount und St. Albertus Mission, wo er Kirchenräume, Schulgebäude, Krankenhäuser und mehr errichtete, haben seinen ganzen Einsatz gefordert und seine Kräfte gekostet. 1973 besann der Befreiungskrieg, eine schwere Zeit für die Mission, in der mehrere seiner Mitbrüder ermordet wurden. Als er 1976 von einem Heimaturlaub nach Rhodesien zurückkehrte, hatte er ein krankes Knie, das ihm bis zu seinem Lebensende zu schaffen machte. Dennoch wurde er in der Seelsorge und als Ökonom bald hier, bald dort gebraucht. 1980, bald nach der Unabhängigkeit Zimbabwes wieder Heimaturlaub, bei dem ihm der Arzt riet, nicht mehr in die Mission zurückzukehren.

So bewegt sein äußerer Weg war, so ruhig und geradlinig war sein innerer. Ein neuer Lebensabschnitt begann. In St. Albertus in Gießen ab 1981 und in St. Michael in Göttingen ab 1990 strahlte er im Beichtstuhl, bei der Feier der HI. Messe, bei Seniorentreffen und -fahrten viel menschliche Wärme und Güte aus, und das, obwohl seine Sprache in großen Räumen mit zunehmender Gebrechlichkeit immer weniger verständlich wurde.

Im Februar 1998 kam der letzte Lebensabschnitt im ordenseigenen Altenheim in Berlin-Kladow. Altersbeschwerden nahmen zu, die Parkinsonsche Krankheit, die ihn schon seit Jahren geplagt hatte, schritt merklich voran. Am Montag, den 4. 10. konnte er nicht mehr an der Meßfeier teilnehmen, empfing jedoch mit großer Andacht und Gelassenheit die Krankensalbung. Gegen Abend hatte sich der Zustand deutlich gebessert. Niemand rechnete mit seinem Ableben. Gegen Morgen ist er ruhig eingeschlafen, nicht ohne vorher der bei ihm wachenden Schwester gedankt zu haben.

R.i.p.