P. Rudolf Ogiermann SJ
Geboren 24. August 1913 in Rybnik
Ins Noviziat eingetreten 22. April 1933 in Mittelsteine
Zum Priester geweiht 27. Juli 1947 in Pullach
Gestorben 18. November 1999 in Berlin-Kladow

Herr, mein Herz ist nicht stolz.
Ich ließ meine Seele ruhig werden und still.
Psalm 131

P. Ogiermanns Kindheit war überschattet von den Kämpfen nach dem 1. Weltkrieg in Oberschlesien. Die Familie verließ Rybnik, das polnisch geworden war und zog nach Ratibor. Dort besuchte er das Realgymnasium, trat dem Bund Neudeutschland bei, legte 1933 sein Abitur ab und trat anschließend in Mittelsteine ins Noviziat ein. Nach dem Philosophiestudium kam er 1940 zur Wehrmacht, erkrankte jedoch im gleichen Jahr schwer an Tbc. Bis Ende 1944 wurde er in verschiedenen Lazaretten behandelt, dann aus dem Lazarett und der Wehrmacht entlassen, schlug sich nach Pullach durch, begann dort Theologie zu studieren und wurde 1947 von Kardinal Faulhaber zum Priester geweiht.

1952 kam er erstmals nach Berlin, wurde Hausgeistlicher bei den Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu im St.-Josefs-Heim in Berlin-Neukölln und übernahm dort auch in der Pfarrei St. Eduard die Alten- und Krankenseelsorge. 1957 schickte ihn der Provinzial zum Studium der Spiritualität nach Rom. Doch schon nach einem Semester erkrankte P. Ogiermann wieder und mußte nach Deutschland zurückkehren. 1958 wurde er neben P. Sommer Spiritual der Scholastiker in Pullach. 1960 kam er nach Berlin zurück und war - mit der Unterbrechung 1962/63, da er Socius Magistri in Kladow war - bis 1973 Krankenhausseelsorger am St. Gertrauden-Krankenhaus in Wilmersdorf, dazwischen auch mal Hausgeistlicher bei den Ursulinen. 1973 wurde er in Reinbek bei Hamburg Hausgeistlicher bei den Grauen Schwestern von der HI. Elisabeth, eine Stelle auf der er sich sehr wohl fühlte. Aber schon nach einem Jahr brach seine Tbc-Krankheit wieder aus. So mußte er wieder nach Berlin zurück und erholte sich - nach einem längeren Krankenhausaufenthalt - im Peter-Faber-Kolleg. Noch einmal stabilisierte sich seine Gesundheit, und er konnte wieder seelsorglich tätig sein: als Hausgeistlicher im Schwesternheim St. Margareta in Bad Salzdetfurth bei Hildesheim. Dort war er noch 10 Jahre bis 1986.

Die letzten 13 Jahre seines Lebens verbrachte er im Peter-Faber-Kolleg in Kladow. Seine Kräfte nahmen stetig ab. Er zog sich immer mehr zurück und bereitete sich betend auf das Sterben vor. Am 17. November traten Blutungen auf, die ihn sehr schwächten. In der Nacht wurde sein Zustand sehr kritisch. Er empfing mit innerer Anteilnahme die Krankensalbung, erholte sich wieder, empfing am Morgen die Kommunion und verschied am Nachmittag so still und ruhig, daß die Anwesenden erst im Nachhinein seinen Tod bemerkten.

R.i.p.