P. Otto Ogiermann SJ
geboren am 14. Februar 1912 in Paruschowitz/OS
in die Gesellschaft Jesu eingetreten am 7. April 1932 in Mittelsteine
zum Priester geweiht am 9. November 1942 in Mainz
gestorben am 28. Oktober 2005 in Berlin-Kladow

Am 28.10.2005 verstarb in den frühen Morgenstunden unser Mitbruder P. Otto Ogiermann SJ. Nach kurzem schweren Leiden wurde er von unserem Herrn in die Ewigkeit gerufen. Sein Leben stand sicher im Dienst am Wort Gottes. Seine Predigten waren in der damaligen DDR weit bekannt und ebenso sein literarisches Schaffen.

Am 14.2.1912 wurde P. Otto Ogiermann in Paruschowitz Kreis Rybnik/Oberschlesien als drittes Kind geboren. Er besuchte die Volksschule in Rybnik, wohin seine Eltern inzwischen gezogen waren.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges verließ die Familie aufgrund politischer Schwierigkeiten Rybnik und fand in Ratibor eine neue Wohnstätte. Dort besuchte P. Otto Ogiermann das dortige Realgymnasium. Ab der Tertia schloß er sich dem Bund "Neudeutschland" an. Im März 1932 legte er das Abitur mit Auszeichnung ab. Am 7. April 1932 begann er das Noviziat in Mittelsteine. Von 1934-1937 widmete er sich den philosophischen Studien in Pullach. Das folgende Interstiz verbrachte er als "Erzieher" in Breslau im Internat des Kurfürst-Franz-Ludwig-Gymnasiums. Die Militärzeit führte ihn zunächst nach Breslau-Carlowitz, später nach Rouen in Frankreich, dann in das Aufmarschgebiet nach Ostpreußen (Suwalkizipfel). Später wurde er nach Grodno, dann Smolensk bis nach Wjasma versetzt. Von dort ging es wieder nach Frankreich, bis er 1941 als Jesuit aus der Wehrmacht entlassen wurde.

Sein Studium konnte er zunächst in Breslau fortsetzen, anschließend in St. Georgen in Frankfurt/Main. Unter den gegebenen Umständen wurden die Priesterweihekandidaten sehr schnell geweiht. Am 6.11.1942 erfolgte die Diakonatsweihe, die Priesterweihe am 9.11.1942 in Mainz durch Bischof Albertus Stohr. Nach der Priesterweihe finden wir P. Otto Ogiermann in Berlin als Kaplan in Heilig Kreuz, ab Februar 1943 als Kaplan in Heilige Dreifaltigkeit.

Die letzten schweren Kriegskämpfe und die Leidenszeit nachher hat er in Berlin erlitten. Von 1946-1950 konnte er dann seine Studien in Pullach abschließen.

Von nun ab beginnt die selbständige Seelsorgsarbeit; zunächst in der Leitung des "Konradhauses" in Erfurt, einem Knabenkonvikt für Jungen, die evtl. später Priester werden wollen. Sein Tertiat verbringt er in "St. Andrä" in Kärnten.

Mit Beginn des Jahres 1952 finden wir P. Otto Ogiermann an der wichtigsten Stelle seiner Tätigkeit, in Leipzig, als Mitglied der sog. "Rednerturme". Es waren seine bekannten Monatspredigten, die er überall hielt. Seit 1977 waren es dann nicht mehr so sehr die Predigten, sondern mehr Vorträge, Gemeindeexerzitien, religiöse Wochen und Wochenden für Gemeinden.

Neben seiner Predigtarbeit hat er viele Bücher bearbeitet und herausgegeben. Einige seien hier genannt: "In Gottes Kraft - P. Delp", "In Freiheit und in Fesseln - P. Delp SJ". Als Autor selbst hat er folgende Werke geschrieben: "Bis zum letzten Atemzug - Bernhard Lichtenberg" in vier Auflagen; weiter herausgegeben: "Mitten unter uns - Franz v. Assisi" und "Nonni" in zwei Bänden.

1994 zog er in das Peter-Faber-Kolleg, wo er seinen verdienten Ruhestand verbrachte.

R.i.p.