P. Jakob Philippi SJ
* 16. September 1920 in Diefflen/Saar
Priesterweihe 30. Juli 1949 in Büren
4. Februar 1994 in Berlin-Kladow

Das Leben des am 16. September 1920 in Diefflen/Saar geborenen P. Jakob Philippi ist ein beredtes Zeugnis des Ordensgeistes der Gesellschaft Jesu, von dem ihr Gründer, Ignatius von Loyola sagt: "Der Geist der Gesellschaft ist es, in aller Einfachheit und Niedrigkeit von Stadt zu Stadt, von Ort zu Ort zu ziehen, ohne sich an einen bestimmten Platz binden zu lassen ... Wollten wir diese Einfachheit verlassen, wäre es gleichbedeutend mit der Zerstörung unseres Ordensgeistes. - Solange die Gesellschaft in diesem Geist verharrte, hat sich Gott der Herr ihrer in ganz besonderer Weise bedient, zum großen geistlichen Nutzen der Seelen."

So führte Gott P. Philippi von Hochelten, wo er sein Noviziat begann, nach Pullach zum Studium der Philosophie. Vom Aloisiuskolleg, Bad Godesberg, wo er sich der Erziehung der Jugend widmete, nach Trier, Duderstadt, Büren, wo er am 30. Juli 1949 zum Priester geweiht wurde, und weiter nach Frankfurt zum abschließenden Studium der Theologie. Weitere Stationen seines jesuitischen Wanderlebens waren Münster (Tertiat), Einberufung zum Reichsarbeitsdienst und zur Wehrmacht.

Auf die Seelsorgearbeit in Lübeck folgte eine lange segensreiche Tätigkeit in Hamburg. Hier widmete er sich der Studentenseelsorge, war Leiter der Offenen Tür, und ab 1976 Superior der dortigen Jesuitenniederlassung. Ab 1. September 1983 übernahm er zusätzlich den ersten Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen in Hamburg. Aber sein Wanderleben ging weiter. Vom 1. 1. 1983 bis 1. 7. 1988 war er Leiter des Exerzitienwerkes in Berlin, und schließlich vom 13. 3. 1988 bis 15. 1. 1992 Rektor des Peter-Faber-Kollegs in Berlin-Kladow.

Hier begann sein großer Leidensweg. Am 11. 4. 1988 verlor er das rechte Bein, und am 2. 1. 1992 das linke. An den Rollstuhl gefesselt, arbeitete er dennoch weiter, gab Einzelexerzitien und stand immer als Beichtvater zur Verfügung. Stets war P. Philippi bereit, Seelsorgearbeiten zu übernehmen, immer geprägt von strahlendem Optimismus.

Im letzten halben Jahr schickte Gott ihm noch ein weiteres Leiden. Seine Augen wurden schwächer und schwächer, so daß er während der letzten Wochen seines Lebens fast gänzlich erblindet war. Die Amputation beider Beine und der damit verbundene Bewegungsmangel schwächten seinen Kreislauf so sehr, daß er die letzten Tage seines Lebens bettlägerig war, bis Gott ihn am Abend des 4. Februar 1994 von seinem mit Geduld getragenen Leiden erlöste.

R.i.p.