P. Hermann Rosczyk SJ
geboren 14. April 1910 in Konitz
geweiht 17. März 1940 in St. Clemens, Berlin
gestorben 29. Januar 1995 in Berlin-Kladow

Hermann Rosczyk wurde am 14. April 1910 in Konitz, Westpreußen, geboren. Im Gefolge der Kriegswirren mußte die Familie fliehen. Gleiwitz, Oberschlesien, wurde ihr zur neuen Heimat. Dort verbrachte Hermann mit zwei Schwestern und drei Brüdern eine glückliche Jugend. Nach gut bestandenem Abitur am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium trat er am 29. April 1930 in das Noviziat der Ostdeutschen Jesuitenprovinz in Mittelsteine, Grafschaft Glatz, ein. Im September 1932 begann er das dreijährige Philosophiestudium im Ignatius-Kolleg, in Valkenburg (unweit von Maastricht), dem sich eine zweijährige Magistertätigkeit für Latein und Griechisch in Mittelsteine anschloß.

Das 1937 am Collegium Bobolanum in Lublin begonnene Theologiestudium mußte er nach Ausbruch des 2. Weltkrieges in Frankfurt, Sankt Georgen, fortsetzen. Da die Einberufung zur Wehrmacht bevorstand, wurde er am 17. März 1940 durch Bischof von Preysing in St. Clemens, Berlin, vorzeitig zum Priester geweiht.

Im Juni 1940 wurde er als Sanitäter eingezogen und nacheinander in Kassel, Eisenach, Erfurt und Krakau stationiert. Am 9. Dezember 1941 wurde er aufgrund des Führerbefehls - als wehrunwürdig wie alle Jesuiten - aus der Wehrmacht entlassen. So konnte er im Januar 1943 in Wien das theologische Schlußexamen ablegen. Eine einjährige Erziehertätigkeit in Brauna / Sachsen und eine Kaplanszeit in Schomberg bei Beuthen folgten. Zu Pfingsten 1946 mußte er Schlesien verlassen. Zunächst wirkte er einige Zeit unter Flüchtlingen in Ostfriesland. Ab September 1946 war er kurz am Canisius-Kolleg, ging dann aber ins Tertiat, die ordensinterne Abschlußausbildung, und danach zu einem altphilologischen Schnellstudium nach Frankfurt. Ab September 1950 wirkte P. Rosczyk als Lehrer für Griechisch, Latein und Religion am Canisius-Kolleg in Berlin. Er gehörte zu den tragenden Säulen der Schule. Seine Ferienfahrten für die Unterklassen und später seine Studienfahrten für die Oberstufe wurden zu festen Größen: 9 Sommerferienlager in Deutschland und 24 Schüler-Auslandsfahrten, davon 5 mit P. A. Tanner und 19 in eigener Regie, bilden die stolze Bilanz. Dazu kamen während der Schulzeit viele Seelsorgsaushilfen in Berlin und (vor den Bau der Mauer) im Umland.

1985 schied P. Rosczyk aus dem aktiven Lehrdienst aus, gab aber noch gern Nachhilfe und Privatunterricht in verschiedenen Sprachen. Seine Kräfte ließen nach und der Gesundheitszustand wurde durch die Parkinsonkrankheit immer labiler. So wurde er am 15. Januar 1991 ins Peter-Faber-Kolleg versetzt. Am Sonntag, dem 29. Januar 1995, starb er friedlich und ruhig.

Hermann Rosczyk war mit Leib und Seele Lehrer und Seelsorger. Der Jugend galt sein unermüdlicher Einsatz. Sie Gott näher zu bringen, war er stets bestrebt. Dazu setzte er sein Organisationstalent und seine große Sprachenbegabung ein. Möge Gott ihm nun alles lohnen!

R.i.p.