P. Paul Franz Saft SJ
geboren 29. Juni 1908 in Dresden
gestorben 10. Dezember 1985 in Berlin

Pater Paul Saft wuchs in der gläubigen Atmosphäre einer katholischen Lehrerfamilie in Dresden auf. Er selbst war wohl auch für den Lehrerberuf bestimmt, denn eine Anmeldung für das Lehrerseminar in Bautzen lag bereits vor. Doch sollte es anders kommen: die Begegnung mit Pater Zorell prägte den jungen Paul und unter dessen Führung reifte in ihm die Berufung zum geistlichen Ordensstand der Jesuiten. Zeit seines Lebens hat daher Pater Saft eine liebevolle Verehrung für Pater Zorell bewahrt. Da Sachsen damals zur Oberdeutschen Jesuitenprovinz gehörte, trat Paul am 25. April 1927 in das Noviziat in Feldkirch/Vorarlberg ein. Seine anschliessenden Studien der Philosophie und der Theologie absolvierte er in Valkenburg/ Holland und in St. Georgen/Frankfurt am Main. Neben den dortigen Professoren verdankte er insbesondere den Patres August Brunner, Karl Prümm und Bernhard Brinkmann seine gewonnene Sicherheit in der Glaubensbegründung, die ihm in seinen späteren Jahren der Seelsorge eine gewisse Festigkeit gab. Unterbrochen wurden diese Studien durch eine zweijährige Präfektentätigkeit am Seminar Mariaschein in Nordböhmen (Diözese Leitmeritz) und durch eine weitere einjährige Präfektur am Berliner Gymnasium am Lietzensee.

Nach seiner Priesterweihe am 28. August 1938 aus der Hand des Bischofs Graf Preysing in St. Clemens/Berlin und nach Abschluß seiner Ausbildung kam Pater Saft zunächst in seine von ihm so geliebte Dresdener Heimat, um in der Gemeindeseelsorge tätig zu werden. Im Anschluß an diese 6 Jahre wirkte er für die nächsten 12 Jahre in der Nachfolge von Pater von Stillfried als Kuratus in Berlin-Biesdorf. In den darauffolgenden 7 Jahren widmete er sich der Studentenseelsorge im Raum Erfurt-Weimar. 1965 übernahm er als Nachfolger von Pater Bernardt die Dresdener Pfarrei St. Petrus, die er 10 Jahre lang leitete. Mit den dann folgenden 4 Jahren der Gemeindeseelsorge in Sayda (Bistum Meißen) war Pater Saft von seinen insgesamt 40 Jahren priesterlichen Wirkens 32 Jahre in der Pfarrseelsorge tätig. Diese Art der Seelsorge entsprach offenbar seinem Wesen und seiner Veranlagung; denn er gestand selbst, daß gerade diese Arbeit im Weinberg des Herrn ihm leicht fiel und ihn mit sehr viel Freude erfüllte. Seine tiefe Ehrfurcht vor Gott und sein religiöser Ernst ließen seine pastorale Festigkeit zuweilen zur Strenge werden; doch sein seelsorglicher Eifer und seine menschliche Offenheit gewannen ihm die Herzen der ihm anvertrauten Gläubigen.

Ein Schlaganfall im Herbst 1979 setzte diesem segensreichen Wirken ein jähes Ende. Bei aller Tapferkeit, mit der Pater Saft die Folgen dieser Erkrankung ertrug, fiel ihm die Geduld nicht immer leicht. Er, der einst sehr selbständige und unermüdliche Seelsorger, war nun auf Hilfe und Pflege angewiesen; doch hat er wohl dankbar die ihm darin entgegengebrachte Liebe im Berliner Peter-Faber-Kolleg verspürt. Geradezu friedlich hinüberschlummernd, wurde er sanft von seinem Leiden erlöst.

    "Barmherziger Gott, wir bekennen, daß wir immer wieder versagen und uns nicht auf unsere Verdienste berufen können. Komm uns zu Hilfe, ersetze, was uns fehlt."
    (Aus der Adventsliturgie des 10. Dezember 1985)

R.i.p.