P. Josef Maria Schmutte SJ
geboren am 24. August 1903 in Berlin
zum Priester geweiht am 27. August 1931
gestorben am 21. Mai 1997 in Berlin

Josef Maria Schmutte wurde im Pfarrhaus der Herz-Jesu-Kirche, Fehrbelliner Straße 99, Berlin N, geboren. Für das Arztehepaar Dr. Hermann und Gertrud Schmutte war er das 6. Kind, dem noch drei Geschwister folgten.

Der Vater hatte in dem Pfarrhaus Wohnung und Praxis. Die Familie zog wenige Wochen nach Josefs Geburt nach Steglitz. Deshalb verwies P. Schmutte später mit großem Stolz sowohl auf seine Geburt im Pfarrhaus als auch auf seine Heimatgemeinde und Primizkirche, die Rosenkranz-Basilika, in Steglitz.

Die Schule besuchte Josef bis zur Mittleren Reife in Berlin. Dann wechselte er nach Lohr am Main, wo er am Humanistischen Gymnasium sein Abitur machte. Über den Weg in den Orden schreibt er: "Seine Firmung fiel auf ein Muttergottesfest der Gesellschaft Jesu: Madonna della Strada, den 24. Mai. Er erhielt dabei den Firmnamen eines hl. Jesuiten: Aloysius. Und als er sein Abiturzeugnis auch noch ausgerechnet am Fest des Petrus Canisius, dem 27. April 1921, empfing, konnte er wirklich nicht mehr daran zweifeln, daß es geradezu seine Bestimmung sei, sich dem Jesuitenorden anzuschließen."

Dem Noviziat und dem Philosophiestudium in Holland folgte ein zweijähriges Praktikum am Jesuitenkolleg in Valencia. Von 1928-1932 studierte er Theologie in Holland. Da er als Lehrer für das Berliner Canisius-Kolleg, damals Gymnasium am Lietzensee genannt, vorgesehen war, schloß er ein Studium der Altphilologie in Berlin und Marburg an, wo er auch promovierte. Inzwischen war vom NS-Regime die Aufhebung des Gymnasiums verfügt worden. So übernahm P. Schmutte verschiedene Aufgaben im Orden. Im September 1945 konnte er dann endlich die Tätigkeit aufnehmen, die ihm eigentlicher Lebensinhalt wurde: Er gehörte zu den Gründungsvätern des Canisius-Kollegs und bestimmte maßgeblich dessen Form und Gestalt mit. Er war ein strenger Lehrer, der sich und den Schülern viel abverlangte, bei dem man solides Wissen erwarb und von dem man fürs Leben viel mehr als das berühmte Schatzkästchen, eine Merkvers- und Regelsammlung, mitnehmen konnte. Viele Schüler wissen sich ihm dankbar verbunden. Als er 1982 nach 37 Jahren Lehrtätigkeit aus dem Kollegium schied und den Dienst als Hausgeistlicher bei Schwestern in der Wrangelstraße übernahm, kam er dennoch täglich in die Schule, um zur ersten großen Pause im Lehrerzimmer zu sein.

Nach einem Unfall im Sommer 1996 wurde er in die Kommunität des Peter-Faber-Kollegs, Kladow, versetzt. Hier wartete er, daß der Herr ihn zu sich rufe. Am 76. Jahrestag seines Eintritts in die Gesellschaft Jesu konnte er seinen langen Lebensweg vollenden.

R.i.p.