P. Johannes B. Schoemann SJ
* 17. Februar 1892 in Pölich
12. November 1964 in Berlin

Der Herr hat seinen treuen Diener Pater Jahannes Schoemann heimgeholt. In den ersten Stunden des 12. November 1964 bereitete ein Herzanfall einem vorbildlichen Ordens- und Priesterleben ein unerwartet rasches Ende. Während der Spendung der heiligen Krankensalbung gab Pater Schoemann sein Leben seinem Schöpfer und Herrn zurück, aus dessen Hand er es vor fast 73 Jahren erhalten hatte.

Johannes Schoemann wurde am 17. Februar 1892 in Pölich an der Mosel geboren. In Trier besuchte er das Kaiser-Friedrich-Gymnasium. Zu seinen Klassenkameraden gehörten damals der heutige Bischof von Trier Matthias Wehr und Johannes Hoffmann, der frühere Ministerpräsident des Saarlandes. Noch vor dem Abschluß seiner Schulzeit erhielt er zu Exaeten in Holland die Aufnahme in die Gesellschaft Jesu. Nach dem Noviziat beendete er seine Gymnasialzeit mit dem Abitur in Feldkirch/Tisis in Vorarlberg.

Sein in Valkenburg begonnenes Philosophiestudium wurde durch den Weltkrieg unterbrochen. Als freiwilliger Malteser-Krankenpfleger zog der Scholastiker ins Feld. Als Angehöriger des Kriegslazaretts 51 kam er zwischen 1915 und 1918 durch Galizien, Rußland, Süd-Ungarn, Süd-Serbien, Frankreich und Belgien.

1918/19 vollendete er in Valkenburg die Philosophie. Nach nur einjähriger Interstiz-Zeit, während der er erst in Sittard Latein und Griechisch unterrichtete und dann an der Universität Bonn Altphilologie hörte, wurde er zum Studium der Theologie wieder nach Valkenburg gerufen. Dort empfing er am 24. August 1924 die heilige Priesterweihe. Nach dem philosophisch-theologischen Abschlußexamen setzte der junge Pater zunächst in Berlin seine altphilologischen Studien fort und erwarb dann - in dreijährigem Studium in Bonn den Doktorgrad in der Germanistik. 1928/29 folgte in Köln ein Ausbildungsjahr für die Lehrtätigkeit, die er zunächst am Berliner Canisius-Kolleg, dem damaligen Lietzensee-Gymnasium ausübte.

Nach Auflösung des Kollegs durch die Nationalsozialisten übernahm Pater Schoemann in Frankfurt - St. Georgen die Professur für Fundamentaltheologie und Dogmatik. Obwohl ihm auch dieses Joch des Herrn trotz aller Beschwerden, die es mit sich brachte, gewiß leicht und lieb war, kehrte er doch gern nach Berlin ans Canisius-Kolleg zurück, als es 1947 seine Pforten am Rande des Tiergartens neu eröffnete. Dort nahm er seine Lehrtätigkeit wieder auf und wurde von 1954-1960 zugleich mit dem Amt des Rektors betraut.

Allmählich machten sich freilich Altersbeschwerden bemerkbar. So siedelte Pater Schoernann 1962 über ins Peter-Faber-Kolleg, unser Noviziat, wo er noch mehrmals in der Woche die Novizen in die Geheimnisse des Neuen Testamentes und der Lehre der Kirche einführte. Daneben wurde er von manchem Mitbruder, der seine Güte und Ausgeglichenheit schätzte, als Beichtvater, Spiritual und Berater in Anspruch genommen.

Wer Pater Schoemann kennenlernte, wurde in Bann gezogen von seiner Bereitschaft, Vertrauen zu schenken und seinem herzlichen Wohlwollen, das er jedem entgegenbrachte. Er strahlte eine Fröhlichkeit und Zuversicht aus, die schnell die Herzen der jungen Menschen eroberte. In der Stille leuchtete hier ein Leben im Glanze Gottes auf, das sich völlig im Dienst seines ewigen Herrn verzehrt hat, in ungekünstelter Bescheidenheit und Demut, in Liebe zu Gott und darum zu den Menschen. Für ihn gilt das Wort der Heiligen Schrift: "Die Gerechten werden leuchten ... wie die Sterne in alle Ewigkeit."

R.i.p.