Zum Gedenken an
P. Bruno Spors SJ
Geboren am 24. Januar 1903 in Flötenstein, Krs. Schlochau, Westpreußen
Eingetreten in die Gesellschaft Jesu am 10. April 1923 in s'Heerenberg/Holland
Zum Priester geweiht am 21. Juni 1931 in Lublin/Polen
Gestorben am 3. Mai 1982 in Berlin

"Ihr sollt uns als Diener von Christus betrachten.
Zur Verwaltung der göttlichen Geheimnisse sind wir eingesetzt."
1 Kor 4,1

Nach dem Eintritt in die Gesellschaft Jesu und den ersten Ausbildungsjahren in Holland setzte P. Bruno Spors seine Studien in Krakau und Lublin fort, da er sich der Arbeit im Osten widmen wollte. Doch 1932 kam er nach Oppeln, um in dem zweisprachigen Teil von Oberschlesien als Volksmissionar zu wirken. 1938 erhielt er Redeverbot für ganz Deutschland wegen einer Predigt über Erziehungsfragen und der Verbreitung der gerade erschienen Enzyklika "Mit brennender Sorge". So beschränkte er seine seelsorgliche Tätigkeit auf Exerzitien und Besinnungstage und wurde der erste Kuratus der Oppelner Herz-Jesu-Gemeinde. In dieser Zeit entdeckte er seine besondere Liebe zur Bibel, die er bis an sein Lebensende in den Ursprachen studierte.

Im Hochsommer 1945 mußte P. Spors Oberschlesien verlassen und war bis 1954 als Prediger und Mitarbeiter der "Erfurter Rednerturme" der Jesuiten tätig. Von Berlin-Biesdorf aus wirkte er dann als Leiter von Religiösen Wochen und Exerzitien und übte diese Tätigkeit seit 1958 in Westberlin, Westdeutschland, Italien und Dänemark aus. 1962 übernahm P. Spors die St. Canisius-Gemeinde in Berlin-Charlottenburg. Vielfältig und schwer waren die Aufgaben dieser acht Jahre als Kuratus, doch segensreich für die Gemeinde. In seine Amtszeit fiel die vermögensrechtliche Verselbsiändigung der Pfarrei. Der Wiederaufbau der Canisiuskirche wurde von ihm vorbereitet und durchgeführt. Vor allem mühte er sich um die Anwendung der Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils im Leben der Gemeinde. Sein Wort der Verkündigung in Predigt und religiösem Vortrag war vertieft durch ständige Bibelstudien und anschaulich durch die Eindrücke und Erfahrungen, die er auf seinen vielen Bibelreisen in den Vorderen Orient gewinnen konnte. Sein geistliches Wort und Urteil zeugten für Umsicht, Verständnis und Verantwortung; das hatte ihn auch zur Übernahme von leitenden Aufgaben in der Ordensgemeinschaft wie auch zur geistlichen Führung einzelner befähigt. In seinen letzten Berliner Jahren war P. Spors ein von Priestern, Ordensangehörigen und vielen Menschen gesuchter und geschätzter Beichtvater und Spiritual.

R.i.p.

      Herr unser Gott,
      nimm das Gebet an, das wir dir für unseren verstorbenen Mitbruder bringen.
      Er ist im Tode deinem Sohn gleich geworden;
      laß ihn auch die Macht seiner Auferstehung erfahren.
      Darum bitten wir durch Ihn,
      Christus, unseren Herrn, Amen.