P. Hubertus Tommek SJ
* 4. November 1940
16. April 2021

Hubertus Tommek, geboren am 4.11.1940 in Albendorf, Kreis Glatz (heute: Wambierzyce, Ziemia Klodzka), trat am 26.4.1960 in das Noviziat der Gesellschaft Jesu am Jakobsberg ein. Nach der ordensüblichen Ausbildung in Pullach (Philosophie), Berlin (Magisterium - Lehrerexamen an der pädagogischen Hochschule) und Theologie in Lyon-Fourvière, unterrichtete er von 1974-1988 Latein und Religion am Berliner Canisius-Kolleg. Am 11.7.1971 wurde er in St. Canisius in Berlin von Kardinal Bengsch zum Priester geweiht. 1988 - 1997 leitete er das Exerzitienwerk Berlin, ab 1997 - in Kooperation mit der katholischen Glaubensinformation - die "christliche Glaubens- und Lebensschule St. Ignatius". Seine Parkinsonerkrankung schwächte ihn in den folgenden Jahren zusehends so, dass er 2012 die Leitungsaufgaben in andere Hände legen musste. Liebevoll betreut von Mitgliedern der von ihm gegründeten Gemeinschaft "Monte Crucis" verstarb er am 16.4.2021.

Prägend für Hubertus' geistlichen Weg wurde seine Begegnung mit der Charismatischen Erneuerung. Über sie hörte er erstmals von Mitbrüdern aus den USA während seines Studiums in Lyon. Regelmäßig traf er sich mit Kommilitonen, zwei Ordensfrauen sowie mit Laurent Fahre (dem späteren Gründer der ökumenischen Gemeinschaft "Chemin Neuf"), um über Glauben zu sprechen, der mehr ist als ein rational durchdachtes Denkgebäude. Pfingsten 1972 machte Hubertus im Gebet um die Ausgießung des Geistes eine Schlüsselerfahrung, die er später als eine Art Ohrfeige beschrieb: "Die machte mich wach." Bei einer Lesung von Ez 37 erkannte er: "Das mit den ausgedörrten Gebeinen bin ja ich!" Es dauerte über zehn Jahre im Schuldienst am Canisius-Kolleg in Berlin, bis er seiner eigentlichen Berufung Raum geben konnte. Der Kern des von ihm initiierten Gebetskreises schloss sich 1984 zur Laiengemeinschaft "Monte Crucis" zusammen, benannt nach dem Berliner Stadtteil Kreuzberg, wo die Gruppe Fabrikräume für Versammlung und Gebet gemietet hatte.

Der pfingstliche Impuls prägte dann auch ab 1988 seine Tätigkeit im Exerzitienwerk Berlin und in der ignatianischen "Glaubens- und Lebensschule". Er förderte und verbreitete Exerzitien, besonders auch die Exerzitien im Alltag, initiierte viel beachtete und besuchte Segnungsgottesdienste und begleitete ungezählt viele Menschen in ihrer geistlichen Suche. In dem Liederbuch "Preist unseren Gott" sammelte Hubertus 200 geistliche Lieder, die er zum Teil selbst verfasste, ins Deutsche übersetzte und neu vertonte. Das Buch wurde 80 000 mal verkauft und gehörte in vielen charismatischen Gebetsgruppen zur Grundausstattung. 1993 lud er erstmalig zu deutsch-polnischen "Ferien mit Gott" im niederschlesischen Duszinski Zdroj ein, die seitdem jährlich stattfinden: Deutsche und polnische Familien wandern, pilgern, spielen, singen und feiern zusammen. "Die Kontinuität der Treffen geschah nicht aus eigener Kraft. Der Heilige Geist trägt uns", formulierte Hubertus 2013.

Bis zu seinem Tod hat Hubertus an der geistlichen Freizeit und am Gebetskreis teilgenommen. Die Krankheit raubte ihm die Sprache und die Bewegungsfähigkeit, aber sie konnte seine Anziehungskraft und seine Ausstrahlung nicht mindern. Die Intensität seiner Gottesbeziehung war deutlich spürbar und unzerstörbar.

Er ist auf dem Jesuitenfriedhof in Berlin Reinickendorf beigesetzt.

R.i.p.