P. Richard Wagner SJ
geboren am 5. April 1909 in Berlin
in die Gesellschaft Jesu eingetreten am 29. April 1930 in Mittelsteine
zum Priester geweiht am 17. März 1940 in Berlin
gestorben am 3. November 2005 in Berlin-Kladow

Am 3.11.2005 hat der Herr unseren ältesten Mitbruder der Provinz, P. Richard Wagner, im Alter von 96 Jahren in seine Herrlichkeit gerufen. Die Seelsorge lag ihm stets am Herzen und sein ganzes Leben begleiteten ihn in seinen Gebeten und Gedanken die vielen Menschen, denen er geistlich aber auch sozial beistehen konnte.

Als ein Berliner Kind geboren am 5.4.1909 war er mit der wechselvollen Geschichte dieser Stadt verbunden. Seine seelsorglichen Tätigkeiten führten ihn nur selten aus dieser Stadt hinaus.

Er begann seine Ausbildung mit dem Noviziat in Mittelsteine im Jahre 1930. Dem üblichen Ausbildungsgang folgend studierte er in Valkenburg Philosophie, daran schloß sich die Präfektentätigkeit in Breslau. Das Theologiestudium erfolgte dann in St. Georgen in Frankfurt/M. Die Priesterweihe erhielt er 1940 von Kardinal von Preysing in St. Clemens, Berlin.

Zum Wehrdienst wurde P. Richard Wagner in den Jahren 1940-1942 einberufen.
Nach seiner Entlassung erhielt er seine erste Tätigkeit als Kaplan in St. Eduard in Berlin-Neukölln. Von dieser Zeit lebten noch sehr intensive Erinnerungen in ihm fort. Die Studien wurden dann 1947 in Pullach abgeschlossen. Das Tertiat fand in Münster unter P. Wehner statt.
Später, von 1946-1954, war er in Berlin-Dahlem in der Provinzverwaltung und in der Jugendseelsorge tätig.

Dann begann sein bedeutender Einsatz als Militärkaplan bei den US Forces. 40 Jahre hat er diese Seelsorge ausgeübt und über 300 Trauungen gehalten und stets blieben ihm seine "Kinder" treu. Durch seine Stellung bei den Allierten konnte er sehr viel und vielen helfen. Familien in Ost und West hat er in diesen schweren Zeiten in Berlin unterstützt. Über alle Schwierigkeiten hinweg fand seine Hilfe den Weg zu den Bedürftigen.

Überhaupt kannten wir ihn als den stets freundlichen und zuvorkommenden Mitbruder. In dieser Herzlichkeit war er stets ein notwendiges Glied unserer Gemeinschaft. Seit 1999 fand er dann in unserem Altenheim in Peter-Faber-Kolleg die wohlverdiente Ruhe.

R.i.p.